GATFFEST Film Festival Jamaica 2017

15.-24.06.2017
Bericht von Dimitris Argyriou (MONICA)

Das Gattfest Filmfestival ist ein jamaikanisches Festival, welches zu den führenden Filmfestivals der Karibik gehört. Es findet sowohl in Jamaikas Hauptstadt, Kingston, als auch in der zweitgrößten Stadt des Inselstaates, Montego Bay, statt.

 

Schon sehr früh wurde ich über die Auswahl meines Films MONICA informiert. Die Organisatoren des Festivals baten mich um den entsprechenden DCP sowie um die Bereitstellung von Pressematerialien. Die Kommunikation gestaltete sich jedoch schwierig, denn viele meiner E-Mails wurden nicht beantwortet und ich bekam auch keinerlei Unterstützung bezüglich meiner Reiseplanungen.

Trotzdem entschloss ich mich, die Gelegenheit zu nutzen und ein solch außergewöhnliches Festival kennenzulernen. Mit der wertvollen Unterstützung von German Films und der AG-Kurzfilm, die Teile meiner Flug- und Übernachtungskosten übernahmen, wurde mir dies schließlich möglich gemacht.

 

Da das Festival nur wenig Hilfe anbot, kümmerte ich mich allein um meine Reiseplanungen und reiste über die USA nach Jamaika. Dieser Weg war zwar günstiger, dauerte aber auch wesentlich länger. Mein erstes Ziel war die Hauptstadt, Kingston.

 

Ich hatte ein Zimmer in einer Unterkunft gebucht, mit dessen Eigentümer ich vereinbart hatte, dass man mich vom Flughafen abholen komme. Ich wurde allerdings fast eine Stunde verspätet abgeholt, woraus sich für mich bereits zeigte, dass Zeit hier in Jamaika eine persönliche Angelegenheit ist und man sehr flexible sein sollte. Darüber hinaus muss ich zugeben, dass ich einen kulturellen Schock erlebte, als sie mich zur Unterkunft fuhren. Aber hier weiter ins Detail zu gehen, würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Jamaikaner sehr hilfsbereite Menschen sind.

 

Das Festival fand an verschiedenen Orten in Kingston sowie an einem Ort in Montego Bay statt. Die Eröffnungszeremonie des Festivals fand im Besucherhaus und Konferenzzentrum der Universität der Westindischen Inseln statt. Es handelt sich hierbei um eine internationale Universität, die übrigens bewaffnetes Sicherheitspersonal am Eingang hat. Die Veranstaltung selbst verlief sehr formell.

 

Ich bin erst ein bisschen nach Beginn der Zeremonie angekommen. An der Rezeption stellte ich mich vor und gab meine Visitenkarte ab. Danach wurde ich von einer Mitarbeiterin des Festivals zu meinem Sitzplatz begleitet. Der Raum war komplett voll. Nach einigen Minuten machte jemand die Moderatorin der Eröffnungszeremonie darauf aufmerksam, dass man einen internationalen Gast habe und gab ihr meine Karte. Die Moderatorin unterbrach ihre Präsentation, hieß mich offiziell willkommen und bat mich auf die Bühne! Es zeigte sich große Begeisterung darüber, dass ich aus Deutschland nur für das Festival angereist war.

 

Als ich wieder zu meinem Platz zurückkehrte, bat mich eine weitere Mitarbeiterin des Festivals die Eröffnungszeremonie für einen kurzen Moment zu verlassen, um ein live Interview für den nationalen Radiosender, der die Veranstaltung unterstützte, zu geben.

 

Es gab eine mobile Radiostation im hinteren Teil des Raumes und wir haben das Live-Interview vor Ort gemacht, im Hintergrund lief die Eröffnungszeremonie weiter. Sie zeigten großes Interesse für meinen Film und meinen Hintergrund als Filmregisseur. Als die Zeremonie vorbei war, hatten sie eine kleine Dinnerparty mit jamaikanischem Essen, Rum und Live-Konzerten, die etwa eine Stunde dauerte. Während der Eröffnungsfeier traf ich den Festivaldirektor und sein Team, hier gab ich ihnen die DVDs und die Kataloge, die ich von AG Kurzfilm bekommen habe. Ich sprach mit den meisten der Gäste und auch mit einigen Mitarbeitern der Regierung, die an der Veranstaltung teilnahmen. Das Festivalteam war sehr hilfsbereit und sie arrangierten sogar ein Fernsehinterview für mich im nationalen Fernsehen. Wie ich dann auch im Gespräch mit anderen Gästen feststellte, gehörte die Kommunikation per Mail nicht zu den Stärken der Festivalorganisation.

 

In den nächsten Tagen besuchte ich die meisten Vorführungen, die alle komplett ausgebucht waren. Nach der Präsentation meines Films genoss ich eine nette Q & A-Fragerunde.

 

Zusammenfassend war meine Erfahrung in Jamaika und mit dem Gattfest Festival mehr als toll. Ich habe viele Kontakte knüpfen können und ich habe einige tolle Filme entdeckt.

 

www.gatffest.com