Medfilm Festival 2009

7.-15.11.2009
Bericht von Sohrab Mohammad (EIN PAAR MILLIMETER)

Das MedFilm Festival 2009 fand vom 7. bis zum 15. November in Rom statt. Ich wurde mit meinem Kurzfilm EIN PAAR MILLIMETER zum Festival eingeladen und reiste für 3 Tage vom 13. bis zum 15. November in Rom an. Das Festival teilte sich in insgesamt 6 Sektionen: Official Competition, Euroimages Competition, National Feature Films Competition, International Short Film Competition, International Documentaries Competition und Special Highlights auf. Mein Film wurde in der Sektion „International Short Film Competition“ neben 7 anderen Kurzfilmen nominiert.

Anreise
Ich reiste mit dem Flugzeug von Hamburg nach Rom. Roms Flughafen „Fiumicino“ liegt etwas außerhalb von der Innenstadt, weshalb man nach der Landung erst noch einen Zug (den Leonardo-Express) nehmen muss, um in die City zu gelangen. Im Normalfall läuft das aber problemlos ab, zumal man einfach den Menschenmassen hinterherlaufen kann, die größtenteils den eben erwähnten Zug anpeilen. Allerdings sollte man in seiner Finanzplanung die zusätzlichen Kosten von 11 Euro einplanen, die der Zug Richtung Rom kostet. Auch zeitlich ist die Fahrt von ca. 35 Minuten nicht zu unterschätzen. Vom Check-In in Hamburg bis zu meiner Ankunft in Rom (City) vergingen ungefähr 4 Stunden.

Rom
In Rom angekommen, checkte ich zunächst in mein Hotel „Best Western – Hotel Villafranca“ ein. Das Hotel lag ca. 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt. Gebucht habe ich das Hotel über die Website www.HRS.de (Hotel Reservation Service). Das Hotel war sauber und das Personal sehr freundlich und professionell.
Die Stadt Rom bietet ein unglaubliches Spektrum an Sehenswürdigkeiten, die sich allesamt zu Fuss erreichen lassen. Zwar gibt es auch Busse und U-Bahnen – diese sind aber meistens überfüllt und fahren oft verwirrende Strecken, weshalb ich jedem empfehlen würde, gemütliche Schuhe einzupacken und die Stadt zu Fuß zu erkunden. Zu den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören: das Kolosseum, das Forum Romanum, der Vatikan (Petersplatz) und das Vittorio-Emanuele-Monument (Schreibmaschine). Besonders empfehlen kann ich allerdings eine Tour, die in keinem Reiseführer steht: Südlich vom Hauptbahnhof, entlang der Schienen und damit hinter den ehemaligen Stadtmauern Roms befindet sich das ehemalige Arbeiterviertel und heutige Kreativ- und Universitätsviertel um Portonaccio. Fern von jeglichen touristischen Attraktionen findet man hier zwischen kleinen, engen, dunklen Gassen zur Abwechslung auch mal echte einheimische Römer.

Das Festival
Das Festival dauerte genau eine Woche und fand in vier Kinosaälen/Veranstaltungsräumen statt: Auditorium Conciliazione, Palazzo delle Esposizioni, Nuovo Cinema Aquila und Villa Medici. Die Kurzfilme in der Kategorie „International Short Film Competition“ wurden in Blöcken an vier verschiedenen Tagen im Kinosaal „Palazzo delle Esposizioni“ mit ca. 200 Sitzplätzen gezeigt. Die Kurzfilme hatten allesamt ein sehr hohes Niveau und kamen aus aller Welt (Spanien, Israel, Italien, Deutschland, Türkei etc.). Leider war, zumindest am letzten Tag des Festivals - dem Tag meiner Anreise, der Kinosaal nicht vollständig gefüllt. Von der Veranstalterin habe ich mir allerdings sagen lassen, dass die ersten beiden Vorführungen zu Beginn des Festivals ausverkauft waren.

Die Preisverleihung fand am letzten Tag des Festivals im „Auditorium Conciliazione“ (in der Nähe der Vatikanstadt) statt. Es waren viele, überwiegend italienische, Pressevertreter anwesend und der Veranstaltungssaal war komplett gefüllt. Die Preisverleihung dauerte ca. 2 Stunden an und endete mit der Weltpremiere des Films EYNAIM PHOHOT (EYES WIDE OPEN), einer israelisch-deutsch-französischen Produktion. Nach der Preisverleihung fand in der Villa Medici die After-Show-Party statt, die aber aufgrund der sehr großen und extrem verwinkelten Location keine so richtige Feierstimmung zuließ. Dafür konnte man in entspannter Athmosphäre über den Dächern Roms interessante Gespräche mit hauptsächlich italienischen Filmemachern führen. Es fiel aber auf, dass relativ wenige internationale Gäste und leider extrem wenige Kurzfilmer anwesend waren.

Organisation
Das Festival ansich war gut und überschaubar organisiert. Aus der Festivalbroschüre war ersichtlich, welche Veranstaltung an welcher Location und zu welcher Uhrzeit stattfand. Mit einem entsprechenden Stadtplan waren die Locations dann auch sehr einfach und schnell auffindbar, zumal sie allesamt sehr zentral gelegen waren. Nur leider wurde anscheinend weniger Wert auf die Anwesenheit von Kurzfilmern gelegt, die sich von Übernachtungsmöglichkeiten, über Touren, über das Finden und die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen und zu guter Letzt auch um finanzielle Aspekte komplett selber kümmern mussten.

Fazit
Das Festival an sich war ok.
Rom ist grandios.
Da das Festival in Rom stattgefunden hat, klettert es in meiner Bewertung von „ok“ auf „gut“!

www.medfilmfestival.org