MONSTRA Lisbon Animated Film Festival 2010

11.-21.03.2010
Bericht von Lennart Langanki (DIE UNGLAUBLICHE LEICHTIGKEIT DES HEINZ)

Das Monstra Festival in Lissabon war für mich die erste Festivalteilnahme mit eigenem Film außerhalb Deutschlands und obendrein das erste Festival, welches sich ausschließlich dem Animationsfilm widmet. Dementsprechend groß waren das Kribbeln und die Vorfreude auf die Tage in Lissabon. Aus dem noch winterlichen Berlin ging es ins frühlingshafte, abendliche Lissabon. Als ich mit dem Bus in die Innenstadt fuhr, legte sich langsam die Anspannung des Tages. In der Avenida da Liberdade, der großen Prachtallee fiel mir ein toll angestrahltes Haus sofort ins Auge, welches sich als das Cinema São Jorge, das Festivalkino, herausstellte. Ich war begeistert.

Das Festival, welches in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfand, entwickelt sich seit 2000 stetig, was die Zahl der Festivalorte und Besucher betrifft. Trotzdem ist das Festival recht familiär und es wird viel Wert auf den künstlerischen Austausch und ein breites Programm gelegt. Präsentationen großer Studios gab es beispielsweise nicht, dafür bestand die Möglichkeit an zahlreichen Workshops oder sogenannten Masterclasses teilzunehmen und so mit den Filmemachern in Kontakt zu treten. Bereits im Vorfeld habe ich mich für einige Workshops angemeldet. Ein Themenschwerpunkt dieser Workshops, welcher mich besonders interessierte, war Sounddesign und Musik für den Animationsfilm. So konnte ich an einem Workshop mit Normand Roger teilnehmen, der einen sehr transparenten Einblick in seine Arbeit gab und anschließend zahlreiche Fragen beantwortete. Des Weiteren besuchte ich Workshops von Manuel Tentúgal und Michaela Pavlatova.

In den verschiedenen Wettbewerbsblöcken gab es zahlreiche tolle Filme zu sehen. Besonders augenfällig war hierbei die starke Präsenz des deutschen Animationsfilmes, vor allem im Studentenwettbewerb. Von 68 Filmen im Studentenwettbewerb kamen 11 aus Deutschland und stellten somit die stärkste Gruppe. Auch bei der Preisverleihung zeigten sich deutsche Filme erfolgreich. So konnte NEVER DRIVE A CAR WHEN YOU'RE DEAD von Gregor Dashuber die Auszeichnung für den besten Studentenfilm erringen und der Film LEBENSADER von Angela Steffen erhielt, neben TRAIN OF THOUGHT von Leo Bridle & Ben Thomas aus England, eine lobende Erwähnung. Auch im internationalen Wettbewerb gab es eine lobende Erwähnung für einen deutschen Film: DER DA VINCI TIMECODE von Gil Alkabetz. Der große Gewinner des Festivals und nebenbei auch mein persönlicher Favorit war allerdings Priit und Olga Pärns DIVERS IN THE RAIN, welcher den Preis für den besten Soundtrack und den 1. Preis der Jury erhielt.

Nach den Screenings traf man sich meist im Café des Kinos oder auf der Terrasse, von der man einen tollen Blick über die Avenida da Liberdade genießen konnte, um sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen und den Abend ausklingen zu lassen. Fazit: Ein schönes Festival in einer tollen Stadt mit sehr freundlichen, aufgeschlossenen Menschen, bei dem man die Möglichkeit bekommt mit vielen der Animationsfilmer in Kontakt zu treten. Besonders hervorzuheben ist auch das tolle und hilfsbereite Festivalteam, das meinen Aufenthalt und die Zeit sehr angenehm gestaltete und bei jeglichen Fragen zur Seite stand.

www.monstrafestival.com