Istanbul International Short Film Festival 2010

8.-14.11. 2010

Bericht von Türker Süer (DEM BESTEN ALLER VÄTER)

Das Istanbul International Short Film Festival liegt Mitten im Herzen und im kulturellen Zentrum Istanbuls: Im Beyoglu-Viertel, gleich beim zentralen Taksim-Platz auf der europäischen Seite der Stadt. Es ist mit Sicherheit eines der größten und bestbesuchten Kurzfilmfestivals in der Türkei.

Die Anreise ist einfach. In Istanbul gibt es zwei Flughäfen - einen auf der europäischen, den anderen auf der asiatischen Seite. Von beiden aus kann man je nach Tageszeit mit öffentlichen oder privaten Bussen ins Zentrum fahren. Das Festival kümmert sich um die Unterbringung und kam für einen 5-tägigen Hotel-Aufenthalt auf. Das Hotel selbst hat 4 Sterne und liegt ganz in der Nähe vom Taksim-Platz. Alle Spielstätten sind innerhalb von 10-20 Minuten zu Fuß schlendernd vom Hotel zu erreichen.

Im Hotel angekommen, erwartete uns bereits ein Willkommensbeutel mit Programm, Poster und weiteren Infos zu Festival und Stadt und einer kleinen Überraschung in Form von türkischen Süßspeisen.

Die Hauptspielstätte, das Institut Français, liegt 10 Minuten vom Hotel entfernt an der Mündung zur Istiklal Caddesi, einer belebten Fußgängerzone und Hauptverkehrsader des Viertels. Hier werden alle Filme gezeigt, deren Regisseure angereist sind, und finden alle Diskussionen und Vorträge statt. Neben dem Institut Français werden die Filme noch im Goethe Institut und in der Dutch Chappel beim Holländischen Konsulat aufgeführt.

Am ersten Abend gab es im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung einen Empfang im Institut Français mit warmen Worten und der ersten Gelegenheit, Filmemacher aus aller Herren Länder kennen zu lernen. Und von diesen Gelegenheiten sollte es an den sechs folgenden Festivaltagen dank eines immensen Programms noch reichlich geben. Parallel in allen drei Spielstätten werden Kurzfilme bis in den Abend gezeigt. Auch wenn man zwischendurch den Spielort wechseln will, kein Problem, in ca. 5-10 Minuten ist alles zu Fuß zu erreichen. Und für den Hunger zwischendurch gibt es gefühlte eine Million Möglichkeiten preiswert essen zu gehen und frisch gepressten O-Saft, den es hier wirklich an jeder Ecke ganz günstig gibt.

Die Kurzfilme wurden in Blöcken gezeigt und falls die Filmemacher anwesend waren, gab es immer mindestens eine kurze Vorstellung des Regisseurs mit anschließender Fragerunde. Die Diskussionen mit dem Publikum fielen je nach Zeit mal länger mal kürzer aus. Das Publikum selbst war sehr aufgeschlossen und neugierig. Und sehr durchmischt: Viele Filmemacher, aber auch an Kurzfilmen interessierte Menschen aus allen Schichten. Überhaupt sucht das Festival die Nähe zum Publikum und der Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen ist kostenlos. Auch in Zeitungen wird über das Festival berichtet. Wenn es die Zeit zuließ, kam es immer wieder zu lebhaften Diskussionen. Die Auswahl der Filme ist interessant. Man sieht hier sicherlich auch Filme, die man woanders nicht sehen würde. Der einzige Kritikpunkt wäre für mich, dass die Projektion leider nicht immer ideal war. Das lag aber nur an der Qualität der Beamer und lässt sich ohne weiteres beheben.

Das ganze Festival ist sehr familiär. Der Festivalleiter kümmert sich um alle Belange und lässt einen spüren, dass man herzlich willkommen ist und dass man sich wirklich freut, Filmemacher aus dem Ausland da zu haben. Zudem führt er jeden Abend zusammen mit seiner Familie alle angereisten und heimischen Filmemacher zum Essen in ein schönes Lokal aus. Hier wurde vor allem gut gegessen, getrunken, gesungen und bei einer entspannten Atmosphäre hatten wir reichlich Zeit über alle Filme des Tages zu sprechen.

http://film.iksv.org/en