Early Melons International Film Festival 2011

16.-20.03.2011

Bericht von Konstantinos-Antonios Goutos  the[video]Flâneu® (DUSTIN!)

Die Stadt

Bratislava ist natürlich nicht so depressiv, billig und dekadent wie in dieser bekannten geschmacklosen amerikanischen Filmkomödie (EuroTrip, 2004) dargestellt wird: http://www.youtube.com/watch?v=JbcH_qYkeTc, sondern eine attraktive, mittelgroße Stadt an der Donau, eine der kleinsten Hauptstädte Europas und „die einzige Hauptstadt der Welt, die unmittelbar an zwei Staaten grenzt.“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Bratislava]

Pressburg, Pozsony oder Porta Hungariae, deutsch, ungarisch oder tschecho/slowakisch, barock oder post-/sozialistisch, katholisch oder atheistisch, steht die Stadt noch immer unter Einfluss aus Wien, Prag oder Budapest. Als Original oder originalgetreue Kopie ihrer Vergangenheit, liegt die Stadt ruhig am Ufer der Donau und versucht gerade ihren eigenen Charakter zu finden und zu demonstrieren…

Das Festival
Das vier Jahre alte, sehr gut lokal und international vernetzte „Early Melons International Film Festival“ [http://www.earlymelons.com/en] ist eines der Events, die den Charakter der Stadt schon verstärkt und geprägt haben. Early Melons will und könnte dies in Zukunft noch mehr tun!

Ich kopiere aus der englischen Selbstdarstellung, aus dem Text, der auf der Festivalwebsite zu finden ist:
“Early Melons is an International Student Film Festival held in Bratislava. It shows a diverse selection of Slovak and abroad student films. One of the basic aims of the festival is to enrich the offer of audiovisual cultural events in Slovakia and get Slovak audience closer to phenomenon of student cinematography. Early Melons project aims to encourage the cultural interchange and partnership between different countries and schools. Festival's aim is to present a variety of themes and techniques used in student films and to enable an engagement between public, film makers, school representatives and film professionals. This will help to build international relationships and enable possible future cooperation. It will also provide a base for an important multi-cultural exchange of ideas and experiences.”

Das Programm
[http://www.earlymelons.com/en/program]
Tatsächlich, alle oben genannte Ziele wurden (mindestens in dieser vierten Ausgabe des Festivals) realisiert:
Ein abwechslungsreiches, internationales, sehr faszinierendes Programm war auf vier Tage optimal verteilt. Zwischen den morgigen „breakfasts with festival guests“ und der Party an jedem Abend (jeweils in verschiedenen Clubs der Stadt), gab es ganz wenige Überschneidungen im Programm.
Als Resultat der sehr guten Organisation, des Sponsorings und der Vernetzung, waren die Veranstaltungsorte viele und verschiedene (2 Kinos, 4 Clubs, 2 Galerien, 2 Cafes). Da aber die Stadt sehr klein und kompakt ist, ist jeder davon innerhalb von 10 Minuten zu erreichen!

Das Hauptprogramm bestand aus einem internationalen Wettbewerb [http://www.earlymelons.com/en/filmy?tid=134] (mit 33 Arbeiten), zum ersten Mal aus einem slowakischen Wettbewerb [http://www.earlymelons.com/en/filmy?tid=143] (mit 13 Arbeiten) und einem internationalen Wettbewerb mit 18 Videokunstwerken [http://www.earlymelons.com/en/filmy?tid=142] (Wo meine Arbeit dustin! gezeigt wurde).

Dazu gab’s eine Auswahl von 28 Arbeiten als „Jury Choice“, eine Auswahl von 6 Arbeiten für den Eröffnungsabend [http://www.earlymelons.com/en/filmy?tid=135], „Close Ups“ in das Oeuvre von drei Filmemachern (Veit Helmer, Viera Cakanyova, Martin Arnold), 20 Animationsarbeiten unter dem Titel „Melon Tunes“ [http://www.earlymelons.com/en/filmy?tid=141], eine Präsentation des niederländischen Filmfestivals „breaking ground“ [http://www.earlymelons.com/en/filmy?tid=136] (mit 9 Arbeiten), eine Präsentation des network EUNIC [http://www.eunic-online.eu], eine Präsentation des network NISI MASA [http://www.nisimasa.com] (mit 16 Arbeiten), 3 „School Profile“ mit 20 Arbeiten aus drei slowakischen Kunst/Film/Design Akademien, ein Script Workshop, 3 Masterklasses (Petr Jarchovsky, Marta Lamperova, Laco Struhar), eine Fotoausstellung und eine wichtige Filmarbeit aus der Zeit des Prager Frühlings [Perlicky na dne (http://www.imdb.com/title/tt0059581)].

Die Betreuung
Die Gästebetreuung war gut und als Gast spürte man das echte Interesse des Teams. Möglichkeiten zum Kennenlernen sind ständig entstanden, Plakate und Sticker waren sehr oft im Stadtzentrum zu sehen, die filmischen Arbeiten waren auf hohem Niveau, die Ehrungen sehr interessant und die Jurymitglieder anerkannt (allerdings waren nicht alle Veranstaltungen so gut besucht, wie erwartet).
Das Festival konnte keine Reisekosten, wohl aber Unterkunftskosten für die teilnehmenden Künstler übernehmen.

Es gab keine Videothek oder Marktabteilung, aber es wurde ein sehr schöner, 160-seitenstarker Katalog gedruckt und parallel zu vielen Fanartikeln verkauft…

Kontakte
Obwohl mich das Flanieren mit meiner Videokamera durch die Stadt ablenken wollte, habe ich viele Veranstaltungen des Festivals besucht (Eröffnungsabend und Party, das Künstlerfrühstück, die Fotoausstellung, die Galerie der Hochschule für Kunst, wo das Videokunstprogram als Loop lief [http://www.vsvu.sk/galeria_medium], das „Close Up“-Programm mit Martin Arnold sowie die Schlussveranstaltung mit der Preisverleihung und die Abschiedsparty).

Einige interessante Menschen außerhalb des netten Teams habe ich kennen gelernt (z. B. Darya Nikitina [http://www.festival-nachalo.ru/eng/] und Illia Svidler [http://www.cinemahall.org.ua]) und mehrere Diskussionen mit dem Leitungs-Team über eine zukünftige Zusammenarbeit geführt (z. B. die Idee einen eigenen videoFlanerie-Workshop anzubieten oder eine co-kuratorische Präsentation meiner Leipziger Hochschule (hgb-leipzig.de) für die nächste Ausgabe des Festivals, u.a.)…

Schlusswort / Dankeswort
Eine Stadt die als eigene Wahrzeichen manche flanierende Skulpturen hat http://www.flickr.com/photos/kolorskemes/4253360693, http://www.flickr.com/photos/buddy4sh/3134835747/ ist freundlich zu flanierenden Künstlern und Filmemachern. Und solange es dort ein so gut organisiertes Festival gibt, sind die Chancen einer Wiederkehr alles andere als gering..;-) Besonders bedanken möchte ich mich bei Jutta Wille und Luise Kern von der AG Kurzfilm (Übrigens: Das Überreichen der AG Kurzfilm-Kataloge und DVDs hat den Organisatoren sehr große Freude bereitet:) und Martin Scheuring von German Films, für ihre Bearbeitung meines Antrags, der mir zu dieser besonderen Reise verholfen hat.

http://www.earlymelons.comhttp://videoflaneur.googlepages.com