Shanghai International Film Festival 2011

11.-19.06.2011
Bericht von Hendrik Rost (PAUL+ICH)

Vom 11.06. bis 19.06.2011 fand zum 14. Mal das Shanghai International Film Festival statt.
Es ist eines der größten Filmfestivals in Asien.Schon am Flughafen und auf dem Weg in die Stadt sowie an vielen Plätzen in der Stadt wurde großflächig Werbung für das Festival gemacht.German Films ermöglichte es mir, meinen Kurzfilm dort zu präsentieren der im "Mobile SIFF"-Wettbewerb gezeigt wurde. Für diesen Wettbewerb gab es laut Festivalleitung dieses Jahr fast 10.000 Einreichungen. 50 sehr unterschiedliche Kurzfilme wurden ausgewählt und in 4 Blöcken gezeigt. Es gab eine große und auch erfolgreiche deutsche Beteiligung im Wettbewerb...

DIE SUPPE von Fred R. Willitzkat - Preis für die beste Regie,
LEAVE WITHOUT RUNNING von Jürgen Tonkel - Special Jury Award,
AST MIT LAST von Falk Schuster - Preis für den besten Animationsfilm,
CLEAN UP von Sebastian Mez,
OMA OMA OMA von Christina Schultz,
ANAPHORA von Andre Albrecht sowie
MURPHY'S LOVE von Florian Puchert.

Die Helferinnen und Organisatoren des Festivals verströmten eine entspannte, hilfsbereite Atmosphäre und waren sehr an den mitgebrachten Katalogen und DVD's interessiert. Die Unterbringung und der Service war sehr gut, so dass ich mich ständig beim Festivalpersonal für jede Kleinigkeit nett kopfnickend und lächelnd bedankte (wie die Chinesen im Allgemeinen mir gegenüber auch immerzu). Vor und nach den Vorstellungen sowie auf diversen Zusammenkünften gab es Gelegenheit zum Gespräch mit anderen Filmemachern. Es hat viel Spaß gemacht mit Menschen aus so unterschiedlichen Ländern zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen.
Außer bei den Früh- oder Vormittagsvorstellungen, bei denen das Publikum hauptsächlich aus den Filmemachern und den Organisatoren bestand, war das Publikumsinteresse groß. Sämtliche Tickets waren schnell vergriffen. Erfreulicherweise machten die Organisatoren für die Filmemacher Ausnahmen, so dass ich mich immer noch mit reinschmuggeln konnte. Einzig störend fiel mir die allgemeine Angewohnheit auf, während der Vorstellung das Telefon klingeln zu lassen oder laut zu telefonieren.

Da ich insgesamt nur 3 Tage in der Stadt war und das Festival selbst plus den Veranstaltungen drum herum viel Platz am Tag einnahmen, konnte ich nur einen kurzen Blick auf das tägliche Leben dort werfen. Die kleinen alten Häuschen, umgeben von der Betonwüste, liebevoll gepflegten Grünanlagen unter 4-etagigen Stadtautobahnkreuzen, die vielen Elektromopeds, die in der Nacht unbeleuchtet vorbeisurren, die unüberschaubare Größe der Stadt und die freundlichen Menschen in den Straßen sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Insgesamt war das Festival für mich eine lohnende Erfahrung und ich kann es jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat dort hinzufahren.
Ich bedanke mich herzlich für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung von German Films und der AG Kurzfilm.

www.siff.com