Cambridge Film Festival 2011

17.-18.9.2011

Bericht von Jan Seemann (SUMMER KNOWS)

Bereits zum 31. Mal fand dieses Jahr das Cambridge Film Festival statt. Viele internationale Filme wie Pedro Almodovars SPRICH MIT IHR oder Werner Herzogs FITZCARRALDO feierten ihre UK-Premiere in Cambrigde. Leider konnte ich aus terminlichen Gründen nur einen Tag auf dem Festival verbringen, aber dieser eine Tag hat sich wirklich gelohnt!

Nachdem ich mit dem Bus vom Flughafen London-Stansted kommend in Cambridge angekommen bin, wurde ich im Arts and Picturehouse, dem Head-Quarter des Festivals, sehr freundlich empfangen. Dort traf ich auch direkt auf andere Regisseure aus der ganzen Welt und ein reger Austausch begann. Um unsere Unterkunft hatte sich das Festival gekümmert. Mein Zimmer lag im wunderschönen Corpus Christi College, das wegen der noch andauernden Semesterferien weitgehend leer stand. Eine Atmosphäre wie in einem Harry Potter-Film!

Am frühen Nachmittag dann die Premiere von SUMMER KNOWS. Mein Film lief zusammen mit sechs weiteren Kurzfilmen aus Frankreich, England und Australien in einer Reihe, die passend überschrieben war mit dem Titel 'wrong time, wrong place'. Ich war schon sehr aufgeregt und es zeigte sich, dass es sich unbedingt lohnt, sich um eine gute Abspielkopie seines Film zu kümmern. In Cambridge war die Projektion hervorragend. Ich war begeistert von den anderen Filmen der Reihe. Ganz toll fand ich auch die gespannte Aufmerksamkeit des Festivalpublikums, die schon während der Vorführung spürbar war und sich auch hinterher in den Fragen zeigte. Nach der Vorführung, die gut besucht war, wurden wir Regisseure dem Publikum vorgestellt und zunächst einzeln zu unseren Filmen befragt. Dann gab es ein Q&A mit dem Publikum, in dem es sowohl um inhaltliche als auch technische Aspekte des Filmemachens ging. Das hat sehr viel Spass gemacht. Man merkte, die Leute lieben Film. Am Abend haben wir Filmemacher gemeinsam mit Leuten vom Festival dann noch ein bisschen das Nachtleben von Cambridge erkundet mit Fish und Chips und englischer Bauerndisco.

Ich muss überhaupt betonen, wie intensiv sich das gesamte Festival-Team um uns Filmemacher gekümmert hat. Allen voran Aline Conti, die in Cambridge für die Kurzfilmauswahl zuständig ist und stets bemüht war, uns Filmemacher miteinander bekannt zu machen. Den Austausch mit anderen Regisseuren und dem quirligen Publikum in Cambridge habe ich als unglaublich bereichernd empfunden. Ich kann deshalb nur jedem, der mit seinem Film auf ein Festival eingeladen ist, empfehlen, auch daran teilzunehmen. Nicht nur, dass man über die Wirkung der eigenen Arbeit schlauer wird. So ein Festival gibt einem Energie und Motivation für zukünftige Projekte.

In diesem Sinne nochmal ganz herzlichen Dank an German Films und die AG Kurzfilm, die mir den Festivalaufenthalt in Cambridge ermöglicht haben.

www.cambridgefilmfestival.org.uk