Aubagne International Film Festival 2014

17.-21.03.2014

Bericht von Matthias Koßmehl (WELCOME TO BAVARIA)

Das auf Filmmusik spezialisierte Festival d'Aubagne ist ein kleines aber feines Festival im Süden Frankreichs. Natürlich ist schon allein die Lage, ganz in der Nähe zu Cassis und La Ciotat an der Cote d’Azur kaum zu schlagen. Von Marseille ist Aubagne knapp 20 km in Richtung Toulon gelegen. Während es in Deutschland noch kalt ist, ist es hier bereits richtig warm und ein schönes mediterranes Flair liegt über den Plätzen und Straßen Aubagnes. Doch das Festival hinter dem ein sehr engagiertes und junges Festival-Team steht, bietet sehr viel mehr und wird mit viel Herzblut organisiert.
Vom 17.3 bis zum 21.3 war ich zusammen mit meinem Schauspieler Njamy Sitson, der neben Christoph Well für die Filmmusik zuständig war vor Ort, um unseren Kurzfilm „Welcome to Bavaria“ vorzustellen. Das einwöchige Festival, von dem ich schon von den Vorberichten viel Gutes gehörte hatte, fand in diesem Jahr zudem zum ersten Mal in einem ganz neuen Festivalzentrum statt, welches aufwendig fürs Festival hergerichtet worden war. Jeden Abend spielte dort live Musik, zum Teil wirklich sehr gute Bands, es gab Konzerte und Partys. Dementsprechend schnell kam man dann auch mit anderen Filmemachern und Musikern in Kontakt. Besonders waren auch die gut organisierten Q&As an den Folgetagen der Filmvorstellungen.

Alle Regisseure und Komponisten der Filme wurden in einer Gesprächsrunde auf die Bühne eingeladen und es entspannen sich sehr interessante gut moderierte Gespräche und Diskussionen über die Filme und die Rolle der Musik darin, bei welchen auch immer wieder Schlüsselszenen der Filme eingespielt wurden.

Das Programm des Festivals ist umfangreich, bietet neben den Konzerten auch verschiedene Workshops und Roundtable Gespräche, lässt aber dennoch Raum um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen oder auch einmal die Gegend zu erkunden ohne das man, wie bei einigen großen Festivals gleich das Gefühl haben muss etwas zu verpassen. Die Filmauswahl des Festivals empfand ich sehr gut.

Gerade der „fiction“ Wettbewerb der Kurzfilme war extrem gut besetzt. Im Gedächtnis ist mir jedoch vor allem ein Langspielfilm „The Invader“ von Nicolas Provost geblieben der außerhalb des Wettbewerbes lief. Insgesamt gibt es allein für die Kurzfilme 13 Preise zu gewinnen, die in mehreren verschieden Kategorien vergeben werden:

Grand Prix for the Best Original Score, Audience Award,
Best Fiction,
Special Mention of the Jury (Category Fiction), Special Mention for Best Staging (Category Fiction), Mention Spéciale for Best Script (Category Fiction),
Special Mention for the Best Original Score (Category Fiction), Best Documentary,
Best Experimental, Best Animation,
The Fondation Beaumarchais SACD Prize,
Award of the "Délégués culturels de la ville d’Aubagne“,
Special Mention of the "Délégués culturels de la ville d’Aubagne" for the Music.
 
Die Hotels sind wie in den Vorberichten beschrieben etwas außerhalb von Aubagne. Doch das Festival hat auch hierfür einen sehr gut organisierten Shuttle Service, der auch spät nachts noch unterwegs ist. Am Morgen wird man dann wieder vom Hotel abgeholt und es gibt Frühstück im Festivalzentrum mit allen anwesenden Filmemachern.

Das Festival steigert sich die Tage und verdichtet sich zum Wochenende hin. Wir mussten leider schon am Freitag wieder weiter, ich würde aber jedem empfehlen das letzte Wochenende unbedingt noch zu bleiben.

Ein Highlight war neben den vielen guten Konzerten und Live-Acts, sicherlich auch die Jam-Session an unserem letzten Abend, bei welcher alle Musiker eingeladen waren auf der Bühne zu improvisieren. Njamy jamte spontan mit französischen Jazz Musikern, zog schon bald das Publikum mit und verabschiedete uns so vom Festival. Au revoir! Wir kommen bestimmt wieder!

(Video:  https://www.facebook.com/photo.php? v=646986715373101&l=6573157877102440907)

http://aubagne-filmfest.fr/en