International Short Film Festival Clermont-Ferrand 2014

31.01.-08.02.2014

Bericht von Sebastian Weyland (Produzent PRIDE)

Das Kurzfilmfestival in Clermont-Ferrand gehört ohne Frage zu den besten Festivals, die ich  je besucht habe. Nicht umsonst trägt es den inoffiziellen Beinamen “Mekka des Kurzfilms“.

Das mehrstöckige Festivalcenter befindet sich im zentral-gelegenen “Maison de la Culture“, das mit dem “Salle Jean Cocteau“, der 1200 Zuschauer fasst, gleichsam das größte Kino des Festivals beherbergt. Zudem befinden sich weitere Leinwände ebenfalls hier.
Gleich hinter dem “Maison der la Culture“ steht eine Sporthalle, in welcher der Film-Markt, der “Marché“ stattfindet. Während der allabendlichen Zusammenkünfte an den Ständen, wo jeweils Spezialitäten der jeweiligen Aussteller-Länder dargereicht werden, macht das Netzwerken besondere Freude.

Die Betreuung durch das Festival-Team ist hervorragend und auch diejenigen, die nicht Französisch sprechen, erhalten auf alle ihre Fragen und Anliegen Rede und Antwort.

Die Resonanz des Festivals durch die einheimische Bevölkerung ist sehr groß. Dass hier ausschließlich Kurzfilme gezeigt werden, tut dem Zuschauerandrang keinen Abbruch. Fast jedes Screening ist ausgebucht. Daher tut man gut daran, sich früh genug, am  besten eine Stunde  vor Beginn des Screening, am jeweiligen Kinoeingang einzufinden, um einen vernünftigen Platz zu bekommen. In Clermont-Ferrand sind Filmemacher und Zuschauer gleich, so lautet das Credo des Festivals, und daher kann es passieren, dass man seinen eigenen Film verpasst, weil alle Plätze belegt sind!

Der internationale Wettbewerb vom Clermont-Ferrand gehört meiner Ansicht nach zu den härtesten im Kurzfilmbereich. Fast alle Filme, die dort laufen, sind von außergewöhnlicher Qualität, sowohl inhaltlich als auch unter postproduktionstechnischen Gesichtspunkten. Weder Berlin, Cannes noch Locarno weisen diese hohe Qualitätsdichte auf, was wohl in erster Linie daran liegt, dass Clermont- Ferrand keine Weltpremiere fordert und daher aus dem Pool der besten Filme schöpfen kann.
Die technische Ausstattung der Kinos ist hervorragend. Soundsysteme und Leinwände sind auf dem neuesten Stand.

Jeder Film, der in Clermont-Ferrand läuft, ist auf alle Fälle französisch untertitelt. Mit englischen Untertiteln verhält es sich leider anders. Nur im “Salle Jean Cocteau“ werden Filme mit englischen Untertiteln gezeigt, so dass man sich klar im Nachteil sieht, wenn man der französischen Sprache nicht mächtig ist. So bleibt dann nur der Gang in Filme aus englischsprachigen Ländern. Ein klarer Nachteil dieses großartigen Festivals.

HARD FACTS:
Aufgrund der überschaubaren Größe des Stadt Clermont-Ferrand liegen Festival-Center und Kinos allesamt sehr nahe beieinander. Die Gastronomie-Infrastruktur in Festivalnähe ist ebenfalls sehr gut ausgeprägt und lässt keine Wünsche offen.
 
Ist man mit einem Film in Clermont-Ferrand und vom Festival eingeladen, erhält man pro Tag ein Kontingent von Verzehr-Vouchern, die in Partner-Restaurants des Festivals (um diese zu finden, gibt es extra eine Karte) gegen Getränke - auch alkoholische - und Mahlzeiten eingetauscht werden können.

Die Unterbringung für eingeladene Gäste des Festivals erfolgt in nahegelegenen Hotels, die allesamt im Bereich der 3-4 Sterne Kategorie liegen. Zwischen Festival-Center und Hotels verkehren zudem Shuttle-Services.

Der Transfer zum Flughafen oder Bahnhof in die Stadt und zurück wird auch für die Gäste des Festivals nicht übernommen. Eine Fahrt mit dem Taxi zum Flughafen liegt bei ca. € 15.

Sofern man Verpflegung und Unterbringung aus eigener Tasche bezahlen muss, sollte man  mit Hotelkosten um die € 100 Euro pro Nacht (DZ) sowie einer Verpflegungspauschale von mindestens € 30 kalkulieren. Die Unterbringung in Jugendherbergen und die Verpflegung an den zahlreichen Imbissbuden kostet dementsprechend weniger.

RAHMENPROGRAMM
Das Forum “Euro Connection“ ist ein Koproduktionsmarkt für Kurzfilme. Bis zu 15 Kurzfilmprojekte werden von den Organisatoren eingeladen und von den Filmemachern einem Fachpublikum – meist Produzenten - gepitcht.
Ferner besteht für europäische Produzenten die Möglichkeit, sich als “Producer to Watch“ nach Clermont-Ferrand einladen zu lassen. Insgesamt spricht “Euro Connection“ zwischen 10-12 Einladungen aus und kommt dabei auch für die Hotelkosten der eingeladenen Produzenten auf.

Um eine Einladung zu erhalten, empfiehlt sich im Vorhinein das Media-Desk, die AG Kurzfilm bzw. German Films zu kontaktieren, die gerne Verbindung zu den Organisatoren aufnehmen.

http://www.clermont-filmfest.com