Animamundi 2013

02.-11.08.2013

Bericht von Stefan Müller (DER NOTFALL)

Da ich ein leidenschaftlicher Fan von animierten Kurzfilmen und Südamerika bin, war für mich ziemlich klar, welches Festival außerhalb Europas besucht werden muss: Animamundi in Brasilien.
Die Reise war etwas anstrengend. Unterwegs wurde ich auch noch krank, aber damit sollte man ja rechnen, wenn man nach Südamerika oder Asien reist. Dafür hatte ich eine Menge Spaß und traf witzige Filmemacher aus Südamerika (hauptsächlich aus Brasilien), die man in Europa wohl eher seltener trifft, da die Kosten für diese oft zu hoch sind.

Es ist eines der weltweit größten Animationsfestivals mit einem sehr guten und umfangreichen Programm, bei dem ich ein paar Tage lang die neuesten Filme aus aller Welt sehen konnte. Da die Brasilianer einen guten Sinn für Humor haben, traf die Filmauswahl im Gegensatz zu anderen etwas zu ehrgeizigen Festivals auch meinen Geschmack und ich hatte sehr viel Spaß. Die Festivalleitung ist sehr nett und bemüht sich auch stets um interessante Gastredner. Dazu werden auch immer sehr gute Master Classes mit internationalen Gästen vorbereitet. Die Vorträge fanden alle in der Fundicao Progresso im Zentrum von Rio statt. Hier sollte man sich am Besten vorher informieren, welche Veranstaltungen auf Englisch sind.

Die Unterkunft bekam ich vom Festival nicht gestellt. Da ich länger vor Ort war, habe ich mir in Rio und Sao Paulo über Couchsurfing selbst einen Schlafplatz gesucht. Das hat den Vorteil, dass man neben dem Festival noch mehr vom Land mitbekommt, als wenn man sich hauptsächlich auf dem Festival und dem Hotelzimmer aufhält. Ist aber nicht jedermanns Sache. Ein bisschen abenteuerlustig sollte man schon sein, da man in Brasilien immer mit einigen Überraschungen rechnen muss. Deshalb ist es auch ratsam nicht unbedarft durch unbekannte Straßen zu laufen. Aber das dürfte ja jedem in Südamerika klar sein.

Mein Film lief im Wettbewerb. Dafür wurde von Animamundi unter die englische Übersetzung noch eine portugiesische Übersetzung projiziert. Die Übersetzungen fertigte in dem Fall das Festival an.

Das Festival ist immer sehr gut besucht. Mein Film lief in vollen Häusern, wobei ich bei den ersten Vorführungen leider nicht dabei sein konnte. Der Kurzfilm kam in Rio und Sao Paulo beim Publikum unter enthusiastischen Beifall und Jubeln sehr gut an und gewann in beiden Städten die Publikumspreise.

Insgesamt war es somit für mich eine sehr schöne und aufregende Erfahrung und das Festival bleibt mir somit besonders gut in Erinnerung.

Abschließend ist zu sagen, dass es wie so oft in Brasilien teilweise sehr konfus zugeht, jedoch hat man am Ende auch immer eine Menge Spaß und trifft viele Leute mit denen man schnell ins Gespräch kommt und oft witzige und interessante Gespräche hat. Etwas anders als bei anderen Festivals, bei denen es meist etwas sachlicher zu geht. Somit lebt Animamundi auch von der Atmosphäre und den Menschen.

http://www.animamundi.com.br