I SEE INTERNATIONAL VIDEO ART FESTIVAL 2013

02.-30.09.2013

Bericht von Clemens Wilhelm und Constantin Hartenstein

Das I SEE International Video Art Festival, initiiert von Constantin Hartenstein und Clemens Wilhelm, präsentierte im September 2013 herausragende Videoarbeiten von 20 Künstlern in den chinesischen Metropolen Chongqing, Chengdu, Shanghai und Peking.

Ein internationales Programm mit 14 Arbeiten wurde an allen vier Orten einer begeisterten Ö!entlichkeit vorgestellt. Zusätzlich zeigten die beiden Künstler in Chongqinq und Chengdu ein Programm mit 9 Arbeiten mit dem Fokus auf zeitgenössische deutsche Videokunst.

Im Rahmen des Projektes produzierten sie einen Katalog in einer Auflage von 500 Stück, der zu den Veranstaltungen auslag und von den Besuchern dankbar angenommen wurde.

Die Tour startete in Chongqing in Zusammenarbeit mit der Organisation 'Organhaus' und Kurator Ni Kun. Die Vorbereitungen verliefen reibungslos. Ni Kun machte die Künstler persönlich mit Vertretern der aktuellen Kunstszene vor Ort bekannt und unterstütze großzügig den Austausch zwischen inhaltlichen und organisatorischen Fragestellungen. Zu den beiden Abenden der Screenings erschienen ca. 140 interessierte Gäste. Im Anschluss an die jeweils ca. 90-minütigen Programme moderierten Hartenstein und Wilhelm eine einstündige Diskussionsrunde im Austausch mit dem Publikum. Der Assistent des Projektes, Chen Yizhong, übersetze dabei alle Fragen und Anregungen und erwies sich somit als unentbehrlich für die Kommunikation mit den Gästen. Auch wäre die Organisation des Festivals ohne ihn sicherlich nicht möglich gewesen.

Die Tour setzte sich anschließend in Chengdu fort. Die beiden Künstler wurden auch hier aufs Herzlichste vom Team des A4 Contemporary Art Center empfangen. Ein Techniker der Kunstinstitution unterstütze den Aufbau des Screenings. Zur Veranstaltung erschienen 150 Gäste, darunter Kunststudenten, Professoren der Kunstuniversität Chengdu, sowie weiteres kunstinteressiertes Fachpublikum, das im Anschluss an das Programm interessiert mit den beiden Künstlern über die gesehenen Videoarbeiten diskutierte.
Das Team der Institution organisierte an den weiteren Tagen Ausflüge zu angrenzenden Kunstvierteln der Region wie z.B. das Blue Roof Quartier. Dort trafen Hartenstein und Wilhelm auf ortsansässige Künstler, die die beiden freundlich in ihren Wohnateliers willkommen hießen. Bei einer traditionellen Teezeremonie tauschten sich die Künstler über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihres Scha!ens aus und berichteten vom jeweils eigenen Kulturkreis. An den Abenden wurden bei gemeinsamen Essen die Diskussionen über Kunst und Kultur oft fortgeführt.

Als dritte Station folgte Shanghai. In Zusammenarbeit mit dem Rockbund Art Museum war
auch hier die Durchführung des Screenings bereits technisch vorbereitet. Ein eigener Screening-Raum mit hervorragender Projektion diente als Vorführort, in dem sich am Abend 100 geladene Gäste einfanden. Wie auch in Chongqing und Chengdu ergaben sich im Anschluss an das Screening rege Diskussionsrunden im Austausch mit dem Publikum. Eine Übersetzerin des RAM sorgte für das notwendige Verständnis. In Shanghai trafen Hartenstein und Wilhelm auf zahlreiche ortsansässige Künstler, die sie an den Folgetagen zu Studio Visits einluden. Weiterhin wurde die Zeit genutzt, um sich über aktuelle Strömungen der internationalen Videokunstszene zu unterhalten.

Als letzte Station der I SEE Video-Screening-Tour diente der WhereWhere Art Space in Beijing. In Cao Chang Di, dem wohl angesagtesten Kunstviertel der Stadt, gelegen, empfing Gordon Laurin, Direktor des Art Spaces, die beiden Künstler herzlich. Am Abend sahen 60 Gäste, darunter bekannte Künstler und Kuratoren, die präsentierten Videoarbeiten und diskutierten angeregt im Anschluss. Auch hier, wie an allen anderen Stationen, war der Katalog eine sehr willkommene Beigabe, die gerne mit nach Hause genommen wurde.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Projekt als voller Erfolg zu bezeichnen ist. Das Ziel, den Austausch zwischen deutscher und chinesischer (Video-) Kunstszene anzuregen und zu vertiefen wurde mehr als erreicht. Darüber hinaus knüpften die Künstler wichtige Kontakte zu Institutionen, Kuratoren, Künstlern und Kulturscha!enden und erzeugten durch ein interessantes Programm und anspruchsvolle Diskussionsrunden ein erfolgreiches Format zur vielversprechenden deutsch-chinesischen Verständigung. Das Feedback der Besucher war durchweg positiv und von hohem Interesse geprägt. Außerdem sammelten Hartenstein und Wilhelm Videos für ein Programm junger chinesischer Videokunst, das in Zukunft in Europa und den USA gezeigt werden soll.

Eine Fortsetzung des Festivals ist demnach bereits in Planung, und von chinesischer Seite ist das Interesse daran sehr groß. Neben den nun bereits bespielten Orten haben weitere etablierte chinesische Veranstaltungsorte wie z.B. das Today Art Museum Peking und die Goethe-Institute von Peking, Shanghai, Chengdu und Chongqing Interesse an einer zweiten Auflage des Festivals in 2014 bekundet.

Beide Künstler möchten sich auf diesem Wege noch einmal herzlich bei allen Mitwirkenden für die Unterstützung bedanken.

Vielen Dank!

http://www.iseevideofestival.com