KROK International Animated Film Festival 2013

01.-10.09.2013

Bericht von Izabela Plucinska (LIEBLING)

Das 20. Internationale Trickfilm Festival KROK fand vom 1. bis zum 10. September 2013 an Bord des Schiffes "Zirka Dnipra" statt, welches in dieser Zeit die Strecke Odessa - Sewastopol - Zaporozhye - Kiew zurücklegte.

Für das Festival wurden in diesem Jahr 120 Filme aus 30 Ländern in 5 Kategorien ausgewählt. Die Kategorien sind:
-    Filme bis 5 Minuten Länge
-    Filme von 5 bis 10 Minuten Länge
-    Filme von 10 bis 50 Minuten Länge
-    Kinderfilme
-    Angewandte Animationen bzw. Auftragsarbeiten (Lehrfilme, Musikvideos, Werbung, TV-Trailer, Serienepisoden).

Obwohl ich bereit dreimal an diesem Festival teilnehmen durfte, freute mich die erneute Einladung ganz besonders, wollte ich doch unbedingt wieder dabei sein. Jeder Animationsfilmregisseur hat sicher schon von diesem Festival gehört und wie unglaublich es ist 10 Tage auf einem Schiff unterwegs zu sein, während man umgeben von Kollegen aus der ganzen Welt unzähligen Vorstellungen und äusserst phantasievollen Parties beiwohnen kann. Dieses Festival ist immer ein großes Erlebnis für jeden, der daran teilnimmt. Die Verbindung von internationalem Branchentreff, einer wundervollen Reise zu den wichtigsten Städten der Ukraine und teils unglaublichen Performanceveranstaltungen ist in dieser Form einmalig.

Doch was noch viel mehr ins Gewicht fällt und KROK von anderen Festivals äusserst positiv unterscheidet, ...auf diesem Festival man hat Zeit! 10 Tage gemeinsam auf einer Schiffsreise, das ist lang genug um mit vielen Künstlern intensive Gespräche zu führen und viele Filmemacher und ihre Arbeit weit besser Kennenzulernen, als dies in der üblichen Hektik vieler anderer Festivals möglich ist. Kaum ein anderes Festival dürfte vor allem auch die Möglichkeit bieten so viele Kollegen aus Russland und der Ukraine kennenzulernen. So hatte ich Gelegenheit Meistern der Animation, wie Yury Norstein, Konstantin Bronzit, Ivan Maximov und Oscar-Preisträger Alexander Petrow zu begegnen und mich mit ihnen in langen Gesprächen auszutauschen.

Die Auswahl des Wettbewerbs war sehr gut und gab einen umfangreichen Überblick über das internationale Filmschaffen im Bereich der Animation. Waren früher die Screening-Voraussetzungen auf dem Boot teils recht dürftig, hat sich dies anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Festivals sehr positiv Entwickelt. In diesem Jahr kamen sehr gute neue Beamer zum Einsatz, eine große Leinwand und zwei grosse Flatscreens.

In der diesjährigen Jury waren vertreten: Ferenc Cako (Ungarn), Janno Põldma (Estland), Maria Mouat (Rusland), Stepan Koval (Ukraine), Evgueni Delioussine (USA).

Bei der Preisvergabe hat die Jury nur teilweise meinen Geschmack getroffen:
Der Preis in der Kategorie bis 5 Minuten ging an "I Saw Mice Burying a Cat", von Dimitry Geller (Russland / China), in der Kategorie 5 - 10 Minuten an "Borderline" von Dustin Rees (Schweiz), in der Kategorie von 10 - 50 Minuten an "Mother an Son" von Andrey Ushakov (Russland), in der Kategorie Kinderfilm an "Father Frismas" von Youri Tcherenkov (Frankreich) und in der Kategorie Angewandte Animation / Auftragsanimation an "Shape" von Katarzyna Kijek und Przemyslaw Adamski (Polen, Japan). Der Spezialpreis der Jury plus 5000,- $ für den ersten professionellen Film ging an die Filme "To Santiago" von Mauro Carraro (Schweiz), "Tram" von Michaela Pavlatova (Frankreich) und “Palmipedarium” von Jeremy Clapin (Frankreich). Der mit 10000 $ dotierte Große Preis ging schliesslich an "Feral" von Daniel Sousa (USA).

Als Konsens unter den Teilnehmenden herrscht jedoch die Ansicht, daß es beim KROK-Festival nicht so sehr um die Preise geht, als vielmehr um das Privileg überhaupt   dabei sein zu dürfen, bei einem Event, welches auf großartige und einmalige Weise Kontakte und Freundschaften innerhalb der internationalen Animations-Community iniziiert und fördert.