Shanghai International Film Festival 2012

16.-24.06.2012

Bericht von Jie Lu (EIN SCHUH GEHT BARFUSS)

Das 15. Shanghai International Film Festival (SIFF) fand vom 16.-24.06.2012 in Shanghai, China statt.

“Mobile SIFF” ist der Kurzfilmwettbewerb des Festivals. Sie wird bei Publikum und Sponsoren als wichtige Plattform für neue Medien und Kurzfilme für Mobiltelefone beworben, das Fachpublikum sieht die Sektion trotzdem als traditionellen Kurzfilmblock, die drei Jury-Mitglieder haben auch aus dieser Perspektive die Gewinner ausgewählt.

Die Filmemacher, die an dem Festival teilnehmen, erhalten eine freie Akkreditierung sowie 4 Übernachtungen in einem 4 Sterne Hotel. Mit der Akkreditierung kann man das SIFFORUM, das International Panorama, den SIFF Market und die anderen SIFF Programme besuchen.

Ansonsten hat man die Möglichkeit am Ende auf der Preisverleihung 1500 bis 2000 US-Dollar zu gewinnen, wenn man einen von 10 Preisen für Kurzfilme erobert, und zwar The awards of Grand Short, Best Non-profit, Best Director, Best Script-writer, Best Actor/Actress, Best Comedy, Best Thrill/Suspense, Best Animation, Best Documentary und Audience’s Choice.

Screening
Alle Kurzfilmprogramme wurden in der Shanghai Movie Archive Library gezeigt. Dafür wurde von den Zuschauer keinen Eintritttickets verlangt und es gibt direkt vor Ort eine Q&A Veranstaltung nach jedem Block. Die Zuschauer sind meistens Studenten aus diversen Universitäten in Shanghai, die in der Filmindustrie arbeiten möchten.

Preisverleihung
Separat von der gigantischen Preisverleihung für Langfilm findet die Preisverleihung für Kurzfilme drei Tage vorher im Shanghai Marina Club statt. Dort konnten die Kurzfilmemacher die Mitarbeiter der Organisation des Mobile SIFF Blocks zum ersten Mal in vier Tagen treffen.

Auf der Brücke vor dem Marina Club warten schon viele Leute mit lang gestreckten Nacken auf die chinesischen Superstars, die als Wettbewerbsteilnehmer, Jurymitglieder sowie Special Guests für den Abend angekündigt sind.

Wir Filmemacher kriegten jeder nach einander einen Edding in die Hand gedrückt, als wir glücklicherweise vor dem schön beleuchteten blauen Teppichbereich gezögert haben. Wir sollten unsere Autogramme an der Tafel von der Preisverleihung hinterlassen.

Die Preisverleihung war mit zahlreichen Tanz-, Entertainment-, und Show-Einlagen verziert. 10 Preise wurden vergeben. Kaum zu glauben war aber, dass man als „normaler“ Filmemacher, selbst wenn man frisch einen Preis gewonnen hatte, nicht in die Halle der After-Party gelassen wurde, die wurde nur für die Berühmtheiten der Kurzfilmpreisverleihung veranstaltet.
Trotz dieser unschönen Skurrilität bin ich doch dankbar, dass ich so etwas überhaupt miterleben durfte.

www.siff.com