Vienna Independent Shorts 2013

28.05.-02.06.2013

Bericht von Tobias Bieseke (Ä.I. - ÄUSSERES INNEN)

Ich kam am Mittwochabend zu dem ersten Animation Avantgarde Filmblock bei dem Festival an.
Aus irgendeinem Grund fand ich das Festival intuitiv, dabei lief ich noch fasziniert von Wien durch die Strassen. Man wurde sehr freundlich und zuvorkommend empfangen. Schon der erste Filmblock war großartig. Sehr gute Filme von der ganzen Welt mit unterschiedlichen Schwerpunkten die keine Minute Langeweile zuliessen, gut nachvollziehbar und abwechslungsreich waren. Das Kino war eigentlich immer voll. Mir sollte bis zu meiner Abreise kein Filmblock entgehen. Durch das bunte Programm konnte man gut Inspiration tanken und neue Erzähl-Strategien analysieren.

Auch die Kommunikation mit anderen internationalen Filmemachern war sehr gut. So durfte ich mich austauschen mit Filmemachern aus Spanien, Wien, New York, China, Iran, Japan, Frankreich und Rumänien. Abends war ein gutes Kneipen und Party Programm bei dem man namenhafte Avantgardisten wie David O´Reilly kennen lernen durfte und beim Bier seine Projekte vorstellte. Die Vorträge von ihm die nächsten Tage waren von hohem Niveau und boten einen Einblick in seine Arbeitsweise. Ein weiterer Workshop behandelte das Thema dokumentarische Animation, also Dokumentationen zu denen es nur Texte Berichte etc. gibt und welche Möglichkeiten existieren Inhalte Sichtbar zu machen. Interessant war hierbei der Aspekt, dass ein unwirkliches animiertes Bild abstrakt funktioniert und dadurch keine Anmaßung von Wirklichkeit hat. Dadurch sind solche Filme einer anderen Authensitäts-Diskussion unterworfen. Das Zusatzprogramm von Filmen der Revolution am Samstag war ebenfalls spannend. Schockierende Bilder, zerstörte Klischees und Mut zur Veränderung stand auf der Fahne, mit Beiträgen die ich noch nicht gesehen hatte. Auch hier wieder sehr gut kuratiert.

Die Unterkunft war super, bei einem Freund des Festivals. Ich habe sehr gut geschlafen und war völlig Flexibel, ich konnte kommen und gehen wann ich wollte.

Es gab ein reichhaltiges Nebenangebot zu den Filmen so nahm ich an einer Wien-Filmtour Teil, wo man die Locations von namenhaften Filmen aufsuchte. Wie etwa "Der dritte Mann", Hanekens "Die Klavierspielerin" oder Orte wo Christoph Walz verkehrte. Das Kino befand sich in der besten Gegend in Wien und war Wunderschön. Die Wände zierte ein großer Wandteppich mit Motiven von alten Filmherstellungen und man fühlte sich in einem royalen Umfeld.

Unterm Strich kann ich sagen das es ein großartiges Festival war mit einem sehr guten Programm und freundlichen Mitarbeitern. Europa tut die Rubrik Animation Avantgarde gut und davon sollte es mehr geben. Gerade wegen der digitalen Revolution gibt es immer mehr neue Filmgeschöpfe / Chimären die ein Publikum suchen und Wien ist da ganz weit vorne! Vielen Dank für das schöne Festival und der AG-Kurzfilm für die Unterstützung.

www.viennashorts.com