Cleveland International Film Festival 2013

03.-14.04.2013
Bericht von Moritz Mayerhofer (AMEN)

Wer seinen Film auf einem Filmfestival in den USA sehen will muss tief in die Tasche greifen. Zunächst wäre da die Einreichgebühr und dann die Reise- und Unterbringungskosten. Dank German Films und der AG Kurzfilm konnte ich meinen animierten Kurzfilm „AMEN!“ beim 37th Cleveland International Film Festival (CIFF) persönlich präsentieren.

Anders als beispielsweise das anonyme LA Shorts Fest hat das Cleveland Film Festival einen höchst sympathischen Eindruck bei mir hinterlassen. Bemerkenswert am Festival ist die große Gastfreundlichkeit der Organisatoren. Es gibt ein Hospitality Center bzw. Festival-Café in dem Regisseure, Producer, Sponsoren und viele andere zusammen kommen und sich kennen lernen können. Neben einem Büffet, das nonstop mit Früchten, Tortillas und anderen Snacks beladen wird, gibt es sogar eine Bar die neben Kaffee und Tee auch viele weitere Getränke ebenfalls kostenlos anbietet.

Um mögliche Probleme der Filmemacher kümmern sich die Organisatoren umgehend und haben schnell eine passende Lösung parat. Auch sind sie sehr darum bemüht Filmemacher einander vorzustellen und in Gespräche einzubeziehen. So ergaben sich sehr interessante Unterhaltungen über neue Projekte, Filmkonzepte und Möglichkeiten der Filmfinanzierung.

Das Festivalgelände selbst ist speziell. Im Zentrum Clevelands befindet sich der monumentale Tower City Complex der schon in Filmen wie ‘Spiderman 3‘ und den ‘Avengers‘ als Kulisse gedient hat. Früher als Bahnhof ähnlich der Grand Central Station (NYC) angelegt, beherbergt das Gebäude heute eine riesige Mall mit Kinos, Hotels, Büros und sogar ein Casino. Mit dieser zentralen Lage und hervorragenden Verkehrsverbindung (mit der RTA-Bahn nur ca. 20 Min. bis zum Flughafen) ist das Festival somit prädestiniert für ein großes Publikum. Im an Veranstaltungen sicher nicht armen Cleveland ist das CIFF ein wahrer Publikumsmagnet und das größte Kulturelle Event des Jahres.

Es schien als würde sich ein Großteil der Einwohner tagtäglich in die Kinosäle des Festivals drängen während ein anderer Teil (über 700!) freiwillig als Volunteer im Dienst des Festivals arbeitete. Somit waren viele Vorstellungen – egal ob mittags oder abends – fast vollständig besucht.

Das Kurzfilmprogramm in dem neben „AMEN!“ viele wunderbare Kurzfilme aus der ganzen Welt ein hervorragendes Programm bildeten waren restlos ausgebucht und DER Publikumsrenner. Insgesamt wurden 178 Langfilme und 164 Kurzfilme aus 65 Ländern präsentiert. Am Ende setzten sich in der Kurzfilmkategorie Animation der hochsympathische „Bear Me“ von Kasia Wilk (Deutschland/Polen) und bei Live Action der bedrückende „Kolona“ von Ujkan Hysaj (Kosovo) durch. Diese Filme sind nun dazu berechtigt bei den Academy Awards eingereicht zu werden.

Das Festival vermittelte zudem den Kontakt eines in Laufnähe befindlichen, äußerst  gemütlichen Hostels (the Cleveland Hostel) in dem man zu vergünstigten Festival-Konditionen unterkommen kann.

Noch ein paar nützliche Tipps bezüglich „Austausch“. Man sollte nicht vergessen, dass man für die  USA einen Konverter für die Steckdose braucht. Geld kann man ausschließlich am Flughafen wechseln (zu schlechtem Kurs), daher sollte man entweder schon Dollars mitnehmen oder dort abheben. Wer dann auch noch kurzfristig Flyer oder ähnliches drucken will, der bedenke, dass auch die Din-Formate (A4, etc.) nicht gängig sind.

Die Summe aller positiven Erfahrungen die ich während des Festivals gemacht habe gab mir einen neuen, positiven Blick auf amerikanische Festivals. Cleveland ist die Reise wert und ich kann das Festival jedem eingeladenen Regisseur empfehlen!

P.S.: Am besten warme Klamotten mitbringen, da es durchaus kalt und windig sein kann!

www.clevelandfilm.org