LIDF – The London International Documentary Filmfestival 2012

24.05.-02.06.2012
Bericht von Doro Carl (Demo_lition)

Das London International Documentary Festival fand über einen Zeitraum von 11 Tagen in London an unterschiedlichen Standorten statt.

Eröffnet wurde das Festival  in dem Sheikh Zayed Theatre, der LSE (London School of Economics and Political Sciences) am 24 May 2012 7:00 pm mit 'Shadows of Liberty' von Jean-Philippe Trembla, der in der anschließenden Panel Diskussion über die Entstehung des Film berichten konnte.
Der Film thematisiert  Medien als Werkzeug von politischen Machtstrategien, Manipulationsmittel von Konzernen und den Ausverkauf der unabhängigen Presse.
Thematisch durchzogen die Programmzusammenstellung aus dokumentarischen Lang- und Kurzfilmen in den ersten Tagen immer wieder  wirtschaftlich-politische  Zusammenhänge und ihre Auswirkungen auf das Individuum, mit gesellschaftskritischer Frage nach Korruption, Spekulation - vor dem Hintergrund der Finanzkrise.

Die Vorführorte der unterschiedlichen Blöcke wechselten im Laufe des Festivals. (HMS President, Portobello PopUP Cinema, Roundhouse, Roxy Bar and Screen, Sheikh Zayed Theatre, LSE, Soho Hotel, The Horse Hospital)
Einer der ersten Veranstaltungsorte war das Portobello Pop up Cinema. Es kann als Zeugnis von großer Kreativität gelten, da es schafft,  Stadtraum für eigene Belange zu nutzen, und dies in überraschender und gelungener Weise.  Unter einer Stadtautobahn gelegen, ist dies Kino eine Form von Open Air Einrichtung und deswegen nur im Sommer in Betrieb. Nach außen mit flächendeckenden silbernen recycelten Planen abgedeckt (ca. 200 qm), die im Volantstil raffbar sind, findet sich in dem Innenraum auf lila ausgelegtem Boden, olivfarbene Kinosessel und selbstgebaute Sitzreihen aus abgelagerten Holzplanken. Selbst die Beleuchtung ist aus recycelten Obst- u. Gemüsekartons designt, (wie sie im Umfeld des Portobello Market anfallen), die Projektionstechnik in 2 aufeinander gestapelten Containern untergebracht. Die Vorzüge einer unabhängigen Abspielstätte und öffentlichen Raums lassen das Grundrauschen der Autobahn vergessen, im Verlauf einer Filmvorführung subjektiv unhörbar werden.

Dieses Jahr war es wohl besonders schwierig das Festival auf die Beine zu stellen. Schwerpunkt der Bekanntgabe und Veröffentlichung war das Internet. (Homepage, Twitter, Facebook etc. )  Dort gibt es zu jeden Film die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen, auch Iike, dislike Beurteilungen oder  auch später noch zu diskutieren.
Die Organisation des Festivals wirkte improvisiert, aber freundlich und ihrer Aufgabe zugewandt. Der wiederum überraschende Effekt war eine größere lebendige Aufmerksamkeit auf Interaktion und Kommunikation im Festivalbetrieb.

www.lidf.co.uk