Guanajuato International Film Festival 2014

30.07.–03.08.2014
Bericht von Nikki Schuster (TAIPEI RECYCLERS)

Allgemeine Festival Information
Giff – Festival internacional de Cine Guanajuato fand vom 25.07. – 29.07. in San Miguel de Allende und vom 30.07. – 03.08. in Guanajuato in Mexiko statt. Die Vorführungsorte waren:
San Miguel de Allende: Cines Aldama, Teatro Ángela Peralta, Teatro Santa Ana, Jardín Principal (OpenAir), Cinemex, Bellas Artes, Galería Kunsthaus Santa Fé und das Panteón Municipal (OpenAir/Friedhof).
Guanajuato: Auditorio Des Estado Y Centro de Convenciones, Cinemex, Túnel, Teatro Cervantes, Teatro Principal, Teatro Juárez, Escalinatas de la Universidad (OpenAir), Alhóndiga de Granaditas (OpenAir) und Panteón Municipal (OpenAir/Friedhof).
Mein Film „Taipei Recyclers“ wurde am Sonntag den 27.08. um 12:00 im Teatro Santa Ana in San Miguel de Allende sowie am Freitag 01.08. im Teatro Principal in Guanajuato präsentiert. Alle Filmvorführungen dieses Festivals waren gratis.

Gästebetreuung, Unterkunft und Verpflegung
Ich wurde persönlich vom Busbahnhof in San Miguel de Allende abgeholt und zu meinem Gästehaus gebracht. Das Gästebetreuungsteam hat mich die ersten zwei Nächte in ihrem eigenen Haus untergebracht, da die ursprünglich geplante Unterkunft bei einer der Hostfamilie kurzfristig abgesagt wurde. Nach diesen 2 Nächten bekam ich ein Zimmer bei einer Gastfamilie in einer sehr schönen Villa, wo auch andere FilmemacherInnen untergebracht waren. Für den zweiten Teil des Festivals in Guanajuato wurden alle in einem sehr luxuriösen Hotel mitten im Zentrum untergebracht. Die Unterkunft war also für das gesamte Festival (10 Tage) kostenlos. In San Miguel bekamen wir Essensgutscheine für ausgewählte Restaurants, in Guanajuato war das Frühstück inklusiv. Abends gab es täglich Veranstaltungen, wo es umsonst Essen und Trinken gab.
Filmvorführung und Wettbewerbsprogramme
Die Filmvorführungen begannen täglich um 10:00 und dauerten bis ca. 04:00 früh, da es um Mitternacht Spezialprogramme mit Horrorschwerpunkt gab. Im Wettbewerb gab es folgende Rubriken: Dokumentarfilme, Langfilme International und Langfilme Mexiko, Kurzfilme Dokumentation, Experimental, Animation, Fiktion und Mexiko. Außerdem gab es Lang- und Kurzfilme vom Ehrengastland Polen, eine Hommage an Anton Corbijn, Angélica María und Roger Corman, den Musa Award (Mujeres en el Cine y Television), diverse Workshops und Master Classes von María Angélica, Roger Corman, Anton Corbijn und Michel Gondry. Also ein sehr dichtes Festival Programm.

Mein Film „Taipei Recyclers“ lief im Wettbewerb Experimentalfilm. Bei der ersten Vorführung in San Miguel de Allende im Teatro Santa Ana war das Kino mit ca. 100 Zuschauer randvoll. Leider war die Tonqualität in diesem Kino nicht besonders gut, manche sehr feine Stellen in meinem Film waren kaum hörbar, während die dichten Soundmomente zu laut waren. Nach der Vorführung fand eine kurze Q&A auf der Bühne, jedoch nur über Fragen seitens des Publikums, also leider keine vorbereitete Moderation seitens des Festivals. Die zweite Vorführung fand in Guanajuato im Teatro Principal statt. Dieses Kino war mit ca. 180 Zusehern zu 2/3 voll besetzt und die Vorführqualität war sehr gut. Das anschließende Filmgespräch war sehr dynamisch, es gab einige Fragen seitens des Publikums sowie auch seitens der Moderation, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist, um ein Filmgespräch zu eröffnen.

Industrie / Kontakte
In San Miguel gab es einen internationalen Pitching Market und in Guanajuato das Projekt „Incubator“, wo man einen persönlichen Beratungstermin mit einer Experten aus der Industrie vereinbaren konnte und sich zu Themen wie zB. Co-Produktion, Vertrieb oder Finanzierung beraten lassen konnte.
Ich persönlich habe diese Angebote nicht in Anspruch genommen, da ich aus der experimentellen Kunstfilm-Nische komme und die traditionelle Filmindustriebranche für mich nicht sehr relevant ist. Ich habe das Festivalteam nach Kontakten zu Kuratoren und Programmdirektoren anderer Filmfestivals gefragt, aber leider ohne Erfolg. Aber ich hatte Glück: ich wurde nach meiner Vorführung in Guanajuato von einem der freiwilligen Festival-Koordinatoren bezüglich meines Films angesprochen und zu einer Vorführung in einem unabhängigen Kulturzentrum nach Oaxaca eingeladen. Dort war ich am Ende meines Mexikoaufenthaltes. Somit hat sich für mich ein wunderbarer Kontakt ergeben, um mein gesamtes Filmprojekt in Mexiko zu präsentieren. Außerdem wurde ich eingeladen, dort ein zukünftiges Projekt im Rahmen eines Artist-In-Residence-Programmes zu verwirklichen. (siehe: http://casarosaoax.tumblr.com)

Persönliches Résumé
GIFF ist ein sehr großes und professionelles Filmfestival mit einem außergewöhnlich qualitativ nationalen und internationalen Filmprogramm aller Genres. Speziell für mich waren die mexikanischen Filmproduktionen interessant, die ich aus der europäischen Festivalwelt überhaupt nicht kannte. Es waren sehr viele internationale Gäste persönlich anwesend, mit denen man bei den zahlreichen Abendveranstaltungen leicht in Kontakt treten konnte.
Die Gästebetreuung war sehr persönlich, nur ab und zu etwas chaotisch, da man sich täglich treffen musste, um die Einladungskarten für die Abendevents zu erhalten. Vermisst habe ich nur eine Art „Meet & Greet“, wo man an einem ruhigen Ort mit anderen Filmemachern in Kontakt treten konnte bzw. sein Projekt kurz vorstellen konnte. Aus Erfahrung bei anderen Filmfestivals ist das immer der produktivste und auch einfachste Weg, Kontakte zu knüpfen.

Fazit: Für mich war dieses Festival sehr inspirierend und bot viel Zeit für Diskussionen und es haben sich speziell für mich weitere Kontakte für ein zukünftiges Filmvorhaben in Mexiko ergeben.

Katalog:
http://issuu.com/guanjuatofilmfestival/docs/cata__logo_2014_completo/240?e=0/8669216

Kontakt:
Nikki Schuster
Franz-Mehring Platz 1 / 746, 10243 Berlin
nikkischuster@fiesfilm.com
www.fiesfilm.com