Festival Internacional de Cine de Huesca 2015

13.-20.06.2015
Bericht von Pablo Kaes (SOLEDAD)

Huesca ist eine Stadt mit 50 000 Einwohnern im Norden Spaniens, 300 km westlich von Barcelona. Das Festival ist sehr überschaubar. Nach einem Tag hat man eigentlich alle relevanten Orte kennengelernt. Der Info-LKW befindet sich auf der zentral gelegenen Plaza de Navarra. Dies ist ein geeigneter Ort, um Infomaterialien von german films und AG Kurzfilm auszuteilen. Außerdem gab es die Möglichkeit sich dort die DVDs von german films anzusehen.

Hauptveranstaltungsort für die Screenings ist das Teatro Olimpia, ein wunderschönes altes Theater aus dem 19. Jhd mit goldverzierten Balkonen. Das Festival findet jährlich im Sommer statt, sodass auch einige Veranstaltungen unter freiem Himmel ausgetragen werden können.

Das Festival existiert seit 1972. Die Festivalleitung hat vor zwei Jahren gewechselt und nun ist Huesca abgesehen von einigen Sonderveranstaltungen ein reines Kurzfilmfestival. Der Wettbewerb teilt sich in: Spielfilm Iberoamerika, Spielfilm International und Dokumentarfilm. Der erste Preis der beiden Spielfilmwettbewerbe ist jeweils Oscar-qualifizierend.

Es gibt auf dem Festival kaum Veranstaltungen, die sich überschneiden. Das bedeutet, man kann wirklich alles wahrnehmen, was angeboten wird: Jeden Morgen gab es speziell für uns Filmemacher Workshops; ein Filmteam aus Huesca präsentierte seine Arbeit an einem Animationsfilm. Wir besuchten eine Firma, die in 3D-Technik forscht und wir machten einen Ausflug zu der beindruckenden Burg Castillo de Loarre.

Jeden Mittag findet in angenehmem Ambiente auf der Plaza Luis Allué eine Podiumsdiskussion statt. Gäste waren unter anderem die Jurymitglieder und Ehrengäste wie Schauspielerin Silvia Abascal.

Im Anschluss trifft sich das gesamte Team, Jurymitglieder, Ehrengäste und Filmemacher zum ausgiebigen Mittagessen. Das dauerte immer ungefähr zwei Stunden und ist für mich Sinnbild für das ganze Festival. Alle essen gemeinsam. Wirklich alle lernen sich kennen und nach kurzer Zeit stellt sich ein sehr angenehmes Gefühl der Vertrautheit ein. Die Stimmung ist generell sehr gut. Man hat das Gefühl, alle haben eine sehr gute Zeit auf dem Festival und die Mitarbeiter kümmern sich sehr gut um uns.

Am Nachmittag wurden in zwei Blöcken die Wettbewerbsfilme gezeigt. Wir Filmemacher bekamen die Chance vor der Präsentation ein paar Worte zu sagen. Zwischen den Filmen wurde keine Pause gemacht, so gab es eigentlich kein öffentliches Gespräch über den Film, was sehr schade war.

Am Abend treffen sich alle in einem Restaurant mit großem Garten, in dem über Beamer kleine Sonderprogramme gezeigt werden.

Huesca ist wirklich ein sehr schönes kleines Festival. Ich habe die Zeit sehr genossen. Leider gab es dieses Jahr keine Pitchings oder Ähnliches. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass wichtige Filmproduzenten anwesend waren. Die Jury bestand jedoch aus Vertretern renommierter Kurzfilmfestivals und so konnte man zu denen Kontakt aufnehmen und immerhin seine Screening-Chancen für die Zukunft verbessern.

Ich kann Filmemachern die Reise nach Huesca sehr empfehlen.