Edinburgh International Film Festival 2015

17.-28.06.2015

Bericht von Julia Stiebert (DIE LIEBE DER MUTTER)

Das Festival in Edinburgh war mein erstes großes Filmfestival, das ich als teilnehmende Filmemacherin besucht habe – und es war ein tolles Erlebnis!
Schon im Vorfeld wurde ich sehr intensiv betreut und war in engem Kontakt mit den Festivalmacher_innen.

Vor Ort ging es dann genauso weiter: Wir (der Hauptdarsteller meines Films Stephan Lewetz und ich) wurden sehr herzlich empfangen und haben uns gleich mit Tickets für etliche Filme ausgestattet (welche man als akkreditierter Teilnehmer am jeweiligen Tag der Veranstaltung stets umsonst bekommt). Die Spielorte des Festivals sind alle in Laufnähe des Zentrums – viele kleine Kinos mit Charme und ein etwas weniger charmantes Multiplexkino.

Abends fand immer ein 'Get Together' in der Bar des Festivalzentrums statt, wo man schnell in Kontakt mit anderen Filmemacher_innen kam und wo ich mich auch mit Nicole Kaufmann von German Films und anderen deutschen Teilnehmern (z.B. Oscargewinner Jochen Alexander Freydank) getroffen habe.

Jeden Morgen gibt es eine Nachricht per Email, welche die Workshops und Vorträge des jeweiligen Tages ankündigt – etwas kurz vor knapp, meiner Meinung nach, und in den Tagen, die ich beim Festival war, auch eher mit sehr speziellen Inhalten, die dort verhandelt wurden (Scotish Film Funding etc.).

Das Screening meines eigenen Kurzfilms hingegen war fantastisch! Die Programmerin Lydia Beilby hat alle Filmemacher_innen der Kurzfilmreihe vorher sehr herzlich empfangen und uns einander vorgestellt, dann folgte das Screening mit einem sehr interessierten Publikum, das beim Q&A anspruchsvolle Fragen gestellt hat. Danach sind wir noch alle gemeinsam essen gegangen und weiter durch die Pubs der Stadt gezogen. Es hat sich schnell eine sehr familiäre, herzliche Atmosphäre eingestellt. Lydia Beilby ist sehr engagiert im Bereich des feministischen Films und bevorzugt eindeutig Filme, die auf Film statt digital gedreht wurden – sie ist zum Beispiel Mitglied eines Kollektivs, das mit Super-8-Filmen unbekannter Regisseurinnen durch die Welt tourt. Dementsprechend spannend fand ich ihre Filmauswahl und auch die anderen Regisseurinnen, die anwesend waren, und freue mich sehr, durch das Festival einige enge Kontakte zu anderen Filmschaffenden in den USA und London geknüpft zu haben.