Siggraph 2015

09.-13.08.2015
Bericht von Felix Deimann (CITIUS, ALTIUS, FORTIUS)

Die Siggraph ist eine Tagungsreihe, die seit 1974 jährlich in den USA stattfinden. Sie beschäftigt sich mit aktuellen Themen und Entwicklungen, sowie der Zukunft in der Computergrafik. Sie ist die größte und wichtigste Konferenz zu diesem Thema. Neben der Forschung und der Entwicklung neuer Technologien sind die direkte Anwendung von Computergrafik in Animationen und visuellen Effekten in Filmen die Schwerpunkte. Teil der Siggraph ist das Siggraph Computer Animation Festival, welches von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als qualifizierendes Festival anerkannt ist. Ich hatte die große Ehre für meinen Film CITIUS, ALTIUS, FORTIUS den Best In Show Award 2015 entgegen zu nehmen.

Die Siggraph 2015 fand vom 9. bis 13. August im Los Angeles Convention Center statt. Der Tagungsort war sehr weitläufig und bot mit seinen Messehallen und unterschiedlichen Tagungsräumen genug Raum für die unzähligen Screenings, Fachbeiträge, Ausstellungen, Diskussionen und Vorträge zu unterschiedlichsten Themen. Außerdem gab es einen eigenen Messesaal mit Präsentationsständen von den wichtigsten Soft- und Hardwareunternehmen wie Autodesk, The Foundry und ähnlichen. Das Highlight in diesem Saal war sicherlich die Jobbörse, bei der es die Möglichkeit gab sich führenden Studios vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.
In einem weiteren Saal wurden die neusten Entwicklungen in der Forschung vorgestellt. An unterschiedlichen Ständen von Hochschulen, Universitäten und Firmen aus der ganzen Welt konnte man sich zu Themen wie Virtual Reality und Holografie informieren und neue Technologien ausprobieren.

Um in der riesigen Auswahl an Möglichkeiten und Vorträgen nicht den Überblick zu verlieren, gab es eine App für die Siggraph 2015. Vorträge und Events konnten mit verschiedenen Kriterien durchsucht und dem persönlichen Zeitplan hinzugefügt werden. Nützlich war dabei die mögliche Unterteilung auf Schwerpunkte wie Forschung, Programmierung, Produktion und Visual Effects. Außerdem gab es einen Livefeed in dem sich die Teilnehmer gegenseitig halfen und Tipps und Tricks verrieten.

Durch die enorme Anzahl an Besuchern waren die Vorträge immer gut besucht und es war schwierig an Workshops, beispielsweise von Disney, teilzunehmen.
Es liefen immer mehrere Vorträge gleichzeitig und es war häufig nicht leicht sich für ein Thema zu entscheiden. Die meisten Vorträge waren sehr spannend und haben großartige Einblicke in die Produktion von Feature-Filmen wie zum Beispiel Jurassic World, Marvel's Antman und Interstellar geboten. Auch die Q&A's waren sehr informativ und die Redner haben sich häufig die Zeit genommen nach den Vorträgen mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Besonders spannend war der Vortrag zu The Book of Life von Jorge Gutiérrez. Der Regisseur bot einen umfassenden Einblick in die Industrie und seinen Pitching-Prozess.

Das Computer Animation Festival war in die Daytime Selects und das Electronic Theater aufgeteilt. Wie der Name bereits verrät, liefen die Daytime Selects an mehreren Tagen tagsüber in einem Kinosaal. Dadurch standen sie leider immer in Konkurrenz zu den Vorträgen und Workshops.

Die Auswahl des Electronic Theaters wurde an zwei Abenden in einem der großen Messesäle gezeigt. Vor dem ersten Screening wurden die Gewinner, die Jury, ausgewählte Mitarbeiter der Siggraph und Persönlichkeiten aus der Industrie und großen Studios wie zum Beispiel Pixar und Industrial Light and Magic zu einem Treffen geladen. Dies war eine großartige Möglichkeit um in entspannter Atmosphäre Kontakte zu knüpfen.

Die Preisverleihung fand unmittelbar vor dem Electronic Theater statt. Dieses war sehr gut besucht und bot eine fantastische Auswahl an animierten Shorts und Visual Effects.

Neben dem offiziellen Programm der Siggraph fanden an den Abenden Partys von Firmen und Studios statt. Man sollte sich frühzeitig informieren und um Einladungen bemühen.

Insgesamt war die Siggraph für mich ein unvergessliches Erlebnis und ich kann nur jedem Empfehlen die Siggraph auch unabhängig von einem eigenen Film zu besuchen.