Molodist - Kyiv International Film Festival 2015

24.10.-1.11.2015

Bericht von Patrick Vollrath (ALLES WIRD GUT)

Als ich damals die Festivaleinladung in die International Competition des Molodist International Film Festivals in Kiew für meinen Kurzfilm "Alles wird gut" erhalten habe, habe ich mich natürlich erst einmal gefreut. Klar. So etwas ist immer eine schöne Bestätigung der eigenen Arbeit.

Aber mein zweiter Gedanke galt Kiew und dem Land der Ukraine. Aus den Medien wissen wir von den Kämpfen, die im Osten des Landes herrschen. Ich war mir unsicher, ob ich in ein Land reisen sollte, was sich eigentlich im Kriegszustand befand.

Aber ich entschied mich dazu und es war eine wunderbare Entscheidung.

Die AG Kurzfilm hatte mich eingeladen und mich gemeinsam mit German Films bei den Reisekosten unterstützt, da sie selbst vor Ort waren und ich an einem ihrem Seminar teilnehmen durfte, was deutsche und ukrainische Filmemacher zusammenführte.

In Kiew angekommen wurde ich von der sehr netten Gästebetreuung in Empfang genommen und ins extrem urige Hotel gefahren, was eigentlich eine ehemalige Fähre war. Dort waren alle Filmemacher untergebracht, was zu einigen netten Gesprächen führte.

Eines Morgens beim Frühstück habe ich Grímur Hákonarson getroffen. Grimur hat mit seinem derzeitigen Film "Rams" ein großartiges Werk geschaffen, das mich sehr beeindruckt hat. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich zu ihm gesetzt, um ihm alle möglichen Fragen zu seinem Film zu stellen. Ein sehr aufschlussreiches Erlebnis.

Mein Film lief im Laufe des Festivals zwei Mal. Die Vorstellungen waren beide sehr gut besucht. Die Frage im Anschluss leider eher zurückhaltend, was natürlich schade ist, denn wenn man den langen Weg auf sich nimmt, freut man sich über ein interessiertes Publikum.

Am nächsten Tag stand das Seminar der AG Kurzfilm an. An diesem nahmen deutsche wie auch ukrainische Filmemacher und Filmemacherinnen teil. Zuerst wurden wichtige deutsche Studentenfilmfestivals vorgestellt, danach hatten die ukrainischen Filmemacher Zeit ihre Projekte vorzustellen. Diese waren von unterschiedlicher Qualität. Einige waren sehr spannend und inspirierend. Einige benötigen noch einige Arbeit. Aber es war spannend zu sehen mit wieviel Engagement das junge ukrainische Kino und seine Vertreter ihre Geschichten erzählen möchten.

Ich habe die Tage in Kiew sehr genossen, habe viele spannende Leute kennengelernt und wieder ein wenig mehr von der Welt verstehen gelernt.

Ich danke dafür der AG Kurzfilm, German Films und dem Molodist International Film Festival.