Molodist - Kyiv International Film Festival 2015

24.10.-1.11.2015

Bericht von Martina Plura (DA NICHT FÜR)

Vom 26.10 - 31.10 hatten meine Zwillingsschwester und Kamerafrau Monika Plura und ich die Ehre durch die Unterstützung der AG Kurzfilm nach Kiew zu reisen. Unser Abschlussfilm „Da nicht für“ wurde in der „Long night of German Shortfilms“ gezeigt, die am Freitag dem 30.10. stattfand.

Es war mein erster Besuch des Molodist Festival und auch mein erster Besuch in der Ukraine.

Aber fangen wir von vorne an… Am Flughafen angekommen erwartete uns bereits ein Fahrer, der uns in unser Hotel, das „Bakkara Art Hotel“ fuhr. Ein sehr schönes Hotel, das schwimmt, denn es handelt sich um ein Boot. Bereits bei unserer Ankunft haben wir andere Filmemacher kennengelernt, denn alle wurden in der gleichen Unterkunft untergebracht, was sehr schön für den Austausch war.

Am 27. & 28.10 nahmen wir an den Molodist Talent Workshops für deutsche und ukrainische FilmemacherInnen teil, die von der AG Kurzfilm organisiert wurden. Andrea Wink (exground film festival, Wiesbaden) und Maria Völzer (AG Kurzfilm, Dresden) führten durch den ersten Workshop mit dem Titel „Cooperation opportunities“ - What you always wanted to know about Labs, student film festivals and scholarship opportunities in Germany. Der zweite Tag unter der Leitung des Filmemachers Jan Sobotka stand unter dem Motto: „Take a stand“. Why are we making films and does it make sense? During a practical workshop we will take a stand.!

Beide Workshops waren super und nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich bereichernd. Wir kamen mit den ukrainischen FilmemacherInnen in Kontakt und durften wirklich tolle Menschen kennenlernen. Die Ukrainer sind ein sehr herzliches Volk und das Essen in Kiew ist ein wahrer Gaumenschmaus.

 

Am 3. Tag schafften wir es dann endlich uns auch Filme anzuschauen. Hier kommt mein erster Kritikpunkt am Festival. Wenn ein DCP mal nicht funktioniert oder es irgendwelche Schwierigkeiten gibt, ändert man einfach den Film. Das war stellenweise sehr enttäuschend, weil es nicht gut angekündigt wurde. Ich wollte mir z.B. am Donnerstag den Film „Blind“ anschauen und erfuhr dann, dass er schon am Dienstag gezeigt wurde, weil es am Dienstag Schwierigkeiten mit einem anderen norwegischen Film gab und stattdessen „Blind“ gezeigt wurde.

Außerdem habe ich mich darüber geärgert, dass im internationalen Kurzfilmprogramm alle Kurzfilme ohne Pause hintereinander gezeigt wurden und es kein Q&A gab, obwohl einige der Filmemacher der gezeigten Filme extra angereist sind und vor Ort waren. Als ich dies mitbekam, bin ich mit einem anderen deutschen Filmemacher aufgebracht zur Filmvorführerin gestürmt, die uns nur ratlos anschaute und einfach weiter im Programm machte, obwohl der Regisseur des vorigen Films im Saal saß. Nach einem Telefonat mit ihrem Chef erwiderte dieser, dass man die Filmemacher nach dem 2-stündigen Kurzfilmblock nach vorne bitten würde, was für mich wie eine Ausrede klang. Mir schien es so, dass das Festival in der Organisation ein wenig unterbesetzt war und die Probleme daher rührten.

Bei einem anderen Film, den ich mir anschaute, gab es aus irgendeinem Grund keine englischen Untertitel, was ebenfalls sehr schade war. Ich war auch überrascht, wie wenig Publikum bei wirklich tollen Filmen im Kinosaal saß. Ich glaube hier hätte man mehr Werbung für die Ukrainer machen können oder aber günstigere Tickets anbieten können.

Die lange Nacht des deutschen Kurzfilms hingegen blieb mir sehr gut in Erinnerung, was hauptsächlich der guten Filmauswahl und dem großen Interesse der ukrainischen FilmemachernInnen zu verdanken war. Hier konnte man wahre Filmperlen sehen! Allerdings gab es auch hier ein paar technische Schwierigkeiten und die Nacht startete statt um 23:30, mehr als eine Stunde später und das Programm dauerte ca. 5 Stunden. Ich musste gegen 3 Uhr leider den Saal verlassen, weil mein Flieger sehr früh am nächsten Morgen ging. Was jedoch etwas schade war, war dass die Kinobar an dem besagten Tag bereits um 23:30 zu machte. Kurzum, es gab keine Möglichkeit sich im Rahmen der langen Kurzfilmnacht mal eben ein Bierchen zu holen.

Alles in allem, würde ich jedoch wieder zum Molodist Festival fahren, wenn ich eingeladen würde.