10. Iris Prize - Cardiff International LGBT Short Film Prize

12.10. – 16.10.2016
Ein Bericht von Kai Stänicke (B.)

Mit Unterstützung von AG Kurzfilm und German Films durfte ich im Oktober 2016 zum zweiten Mal die Reise zum Iris Prize nach Cardiff antreten. Ich war bereits 2012 mit meinem Kurzfilm "It's Consuming Me" nominiert und hatte das Festival in guter Erinnerung. In den letzten Jahren hat sich aber nochmal einiges getan: Mehr Filme, mehr Preisgeld, und jüngst wurde Iris von der Bafta sogar in die Liste der A-List Festivals gehoben. Und trotzdem hat das Festival nichts von seinem familiären Charme verloren. Noch immer wird es geleitet von Berwyn und Grant, denen man anmerkt wie viel ihnen an den Filmen und Filmemachern liegt. Der Kurzfilm steht (offensichtlich) im Vordergrund des Festivals und die Filmemacher werden sehr herzlich aufgenommen. Es waren auch tatsächlich fast alle Filmemacher der 35 nominierten Filme anwesend. Iris sorgt mit zahlreichen Partys und Events dafür, dass sie einander auch kennen lernen, weshalb ich trotz meiner späten Anreise (das Festival begann am Mittwoch, ich kam am Freitag Abend) sehr schnell Anschluss fand. Allerdings sind die Screenings am Vormittag aufgrund dieser Partys leider auch nicht so gut besucht. Erst zum Nachmittag hin wird das Kino dann voll. Ein Wermutstropfen ist auch die Tatsache, dass es keine Q&As für die Kurzfilme gibt. Der Filmemacher / die Filmemacherin stellt den Film mit einigen Worten vor, nach dem Screening gibt es dann erst mal nichts mehr. Das ist teilweise sehr Schade, da so das direkte Feedback aus dem Kinosaal fehlt. Erst später und über die nächsten Tage verteilt kamen Leute auf mich zu um über den Film zu sprechen. Dann aber meist sehr enthusiastisch, weshalb das Feedback doch recht positiv war.

Die Qualität der Filme ist schwankend. Es gibt großartige Beiträge (wie beispielsweise der diesjährige Gewinner "Balcony") genauso wie Filme, bei denen man sich über die Nominierung wundert. Das ist natürlich auch immer Geschmackssache, aber vielleicht wäre es eine Überlegung wert das Feld der nominierten Filme wieder ein wenig zu verkleinern.

Ansonsten ist der Iris Prize ein Festivals, das verbindet. Andere Filmemacher, Jury Mitglieder und Festivalkuratoren kennen zu lernen ist hier sehr einfach und macht Spaß. Es gibt einen regen Austausch über die gesehenen Filme, wenn auch mit ein bisschen Verzögerung da das Q&A im Saal fehlt. Auf jeden Fall ist der Iris Prize als nach eigenen Angaben "größter Kurzfilmpreis der Welt" eine Reise wert. Und ein Geschenk zum diesjährigen zehnten Geburtstag des Festivals gab es am Ende auch noch: Nächstes Jahr wird das Preisgeld für den besten Kurzfilm nochmal fast verdoppelt.

http://www.irisprize.org