KROK International Animation Festival 2016

30.09. - 07.10.2016
Ein Bericht von Xenia Smirnoff (Rubik)

Ich habe meinen Abschlussfilm „Rubik“ dieses Jahr im April erst fertig gemacht und war sehr glücklich so bald auf ein Animationsfestival eingeladen zu werden. KROK hat für mich noch dazu eine größere Bedeutung, weil ich selber aus Russland komme und das Festival schon seit Jahren kenne und begehre. Ein Teil von dem Festival zu sein war schon lange mein Traum.

Krok ist ein ganz einzigartiges Festival, der Animationsfilme schauen mit einer Schiffsreise durch Russland oder Ukraine verbindet.

Dieses Jahr startete die Kreuzfahrt am 30 September in Moskau statt. Aus der Filmuniversität Babelsberg wurden zwei Animationsfilme eingeladen – von mir und von meiner Kommilitonin Anna Levinson und wir waren sehr froh zusammen diese Reise zu machen.

Der Flug nach Moskau, mit Umstieg in Wien, dauerte ungefähr 5 Stunden und am Moskauer Flughafen Domodedovo wartete auf uns ein Repräsentant von dem Festival. Zusammen mit ihm und ein paar anderen Teilnehmern wurden wir mit dem Bus zum „Dom Kino“ (Kinohaus) in Moskau gebracht, wo später die Eröffnungszeremonie stattfand.

Am nächsten Tag begann die Reise auf dem Schiff. Dem Fluss Wolga entlang gingen wir durch die altrussische Städte: Tver, Uglich, Cherepovets, Kostroma, Ples, Yaroslavl'.

Der Tag fing mit Frühstück an – man konnte entweder selber was auf dem Land einkaufen oder für die ganze Woche das Frühstück am Schiff bestellen. Danach ging man in die erste Vorführung, die auch in einem improvisierten Kino am Bord stattfand. Der Schwerpunkt des Programms dieses Jahr war junge Animation: Studentenarbeiten, Abschlussfilme, erste eigenständige Arbeiten. Die Filme kamen aus allen unterschiedlichen Ländern; besonders viele nach meiner Berechnung aber aus Frankreich und Russland.

Danach gab es entweder Zeit zum spazieren in jeweiligen Städten oder gleich Mittagessen (Mittag- und Abendessen wurde vom Festival kostenfrei für uns am Bord organisiert – großteils russische Küche). Und dann ging es wieder in die Screenings.

Jeden Tag hatte man die Möglichkeit an einem Workshop von den Jurymitgliedern teilzunehmen – ihre eigene Geschichte zu hören, ihre Arbeitsweise, ein paar ihre Tricks kennenzulernen. In der Jury dieses Jahr waren: Otto Alder, Pascal Blais, Biren Ghose, Igor Kovalyov und Izabela Plucinska.

Jeden Abend ab 22 Uhr fand ein Animationstreffen „Reanimania“ statt, wo man andere Filmemacher kennenlernen, oder was lustiges zusammen unternehmen konnte – an einem Abend gab es zum Beispiel einen Karneval mit dem Thema Tiere, wo jeder sich eine Maske oder gar ein ganzes Kostüm bastelte und auf der Bühne seine Talente zeigte.

An manchen anderen Abenden gab es Veranstaltungen, die eindeutig nur für russische Gäste gedacht wurden – für die ältere bekannte Filmemacher und ihre Freunde. Alle anderen währenddessen sammelten sich meistens in oder neben der Schiffsbar und haben sich unterhalten und getanzt.

Ich war sehr positiv über die Zahl der internationale Gäste überrascht und über die gute Organisation des ganzen Festivals. Es wurde um uns jedes Mal sehr gut gekümmert.

Das einzige was mich verwirrte war die Q&A mit den Filmemachern nach jeweiligen Filmblöcken. Die „Krok Q&A“ hatte aber mit einem gewöhnlichen Interview nichts zu tun und war eher als Kritikrunde gedacht – auf einer Seite waren ein russischer bekannter Regisseur und eine Filmkritikerin (auch anscheinend sehr bekannt) und auf der anderen Seite der Filmemacher, dessen Film gerade kritisiert wurde. Die Stimmung war dabei sehr seltsam und oft war die Kritik nach meiner Meinung nicht relevant. Ich würde mich lieber mit dem Publikum über meinen Film unterhalten. Das war aber nur ein kleiner Nachteil den man gleich vergisst.

Ich habe erwähnt, dass das Festival für mich sehr besonders ist. Ich hatte die Möglichkeit meine Lieblingsregisseure aus Russland und aus der Ukraine persönlich kennenzulernen, mit deren Filmen ich zum teil aufgewachsen bin. Yuri Norstein, Igor Kovalyov, Michail Aldaschin, Ivan Maximov – mit allen konnte ich mich unterhalten, sie waren sehr aufgeschlossen und sehr lieb.

Außerdem lernte ich so viele junge talentierte Regisseure und Animatoren kennen und war sehr inspiriert von ihren Arbeiten und ihren Persönlichkeiten. Mit vielen von denen bleiben wir auf jeden Fall im Kontakt.

Krok ist definitiv ein einzigartiges Erlebnis, dank den Filmen, dem Schiff wo es stattfinden, alten russischen Städten mit ganz langer Geschichte, der herzlichen Atmosphäre und tollen kreativen Menschen. Ich werde definitiv sobald ich kann wieder hinfahren und würde es jedem empfehlen!

Danke AG Kurzfilm, dass ihr mir diese fantastische Reise ermöglicht habt!

http://www.krokfestival.com