Festival de cine Al Este de Lima 2016

01.06. - 11.06.2016
Ein Bericht von Katarina Stankovic (Kreis mit vier Ecken)

Das “Al Este de Lima” ist die Peruanische Version eines Projektes aus Frankreich mit dem Namen “A l’Est du Nouveau”. Das Ziel ist es einen Austausch zwischen Peru und den wichtigsten und produktivsten Kinos Zentral und Ost-Europas sowie dem Kaukasus zu kreieren. Das 2008 ins Leben gerufene Festival setzt den Fokus auf unabhängige Produktionen, die eine eigene filmische Sprache und Ausdrucksform entwickeln und die jeweilige gesellschaftspolitische Situation der Region widerspiegeln. Es geht nicht nur um ein tiefgründiges Erlebnis von Kino, sondern um ein reflektiertes sich Annähern von verschiedenen Kulturen und deren Bilder, Fiktionen und Visionen. Es geht darum ein Verständnis für die jeweilige Vergangenheit, Realität und Zukunft im Hinblick auf deren Offenheit zur Globalisierung zu entwickeln.

Während des gesamten Festivals gab es einen Bus Transfer vom Flughafen zu einem kleinen Hotel sehr nah am Veranstaltungsort Centro Cultural PUCP in San Isidro, wo die meisten der Kurzfilmregisseure übernachten sollten. Dort habe ich meine Akkreditierung und die Unterlagen für das Festival bekommen. Nach einiger Zeit hat sich die Gästebetreuung des Festivals mit mir in Verbindung gesetzt, um mit mir meine Teilnahme an den Präsentationen, die am nächsten Tag stattfinden sollten, zu besprechen. Ich gab ihnen das Promotionmaterial der AG Kurzfilm, welches sie sehr erfreut entgegen nahmen und an den Direktor des Festivals weiterreichten. Außerdem informierte man mich über Workshops, die für mich interessant sein könnten. Beim ersten ESTE LAB 2016 wurde ein Austausch in intimer Atmosphäre von 20 Teilnehmern in einer Klasse angeboten. Die jeweiligen Dozenten waren Sharunas Bartas (Lithuania) und Hubert Sauper (Austria). Desweiteren haben wir im Goethe-Institut Lima bei einer Konversation mit Nikolaj Nikiti teilgenommen. Wir sprachen über seine Erfahrung als Programmer und die vielen Hürden einer Premiere jedes Jahr, die sich aus kulturellen Differenzen und Problemen bei der Finanzierung ergeben können.

Mein Film wurde zunächst im Museo de Arte de Lima gezeigt. Die zweite Vorstellung war im Museo Sitio Bodega y Cuadra. Ich war sehr zufrieden mit der Ton- und Bildqualität in beiden Veranstaltungsorten. Vor der Präsentation stellten sich die Regisseure dem Publikum vor und gaben eine kurze Einführung zum Film. Die Besucherzahl war beindruckend, auch wenn der riesige Saal nicht ganz voll war. Nach der Ausstrahlung gab es 10 Minuten Zeit in der Fragen zum Film gestellt werden konnten. Mir schien, dass mein Film einen tiefen Eindruck beim Publikum hinterlassen hat.

Das Festival war sehr gut organisiert, mit sehr freundlichen Mitarbeitern und Helfern. Die Ausstrahlungen fanden an 16 verschiedenen Orten statt, zwei davon waren Freiluft Kinos. (Gäste wurden aufgrund der Winterzeit auf die richtige Kleidungswahl hingewiesen). Weil Lima eine sehr große Stadt ist, war ich auf die häufige Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Ich war aber nicht bei allen Veranstaltungen und habe es oft auch vorgezogen in der Innenstadt zwischen Miraflores und San Isidro diejenigen Veranstaltungen zu besuchen, die man zu Fuß erreichen konnte. Die meisten der akkreditierten Teilnehmer, die ich kennenlernte, kamen auch aus Lateinamerika, Zentral- und Osteuropa.

Ich kann dieses Festival sehr empfehlen, weil es weder eines dieser großen Festivals ist, wo man sich alleine und verlassen vorkommt (gerade wenn man einen Kurzfilm zeigt, der neben den großen Filmen, die alle Aufmerksamkeit bekommen, untergeht), noch ist es ein kleines Kurzfilmfestival, bei dem man von der Auswahl der Filme gelangweilt wäre. Al este de Lima ist ein sehr gut organisiertes mittel großes Festival mit einer sehr guten Selektion von Art House Filmen, die bei größeren Festivals bereits ausgezeichnet wurden. Man hat viele Gelegenheiten sich mit Filmemachern und Festivalgästen auszutauschen, gerade bei den abendlichen Empfängen und Partys. Das Essen und die Reisekosten musste man selbst zahlen.

Vielen Dank an AG Kurzfilm und German Films, dass ich die Möglichkeit hatte bei diesem wundervollen Festival dabei zu sein.


www.alestedelima.com