Molodist - Kyiv International Film Festival 2016

23.-30.10.2016

Bericht von Stephan Müller (Workshopleiter, www.waswiegtdermond.de)

Angekommen am Flughafen in Kiev gings gleich ab in die Hotellobby, wo ich alle anderen Filmemacher kennen gelernt habe. Bunte Truppe. Alles coole Leute! Abfahrt mit‘m Bus, dessen Mutter eine Straßenbahn aus den 80er Jahren war. Retro-Ticketverkäufer inklusive. Ticketstempeln selbstgemacht. Mit ‘nem Handlocher an einer Haltestange. Busfahrt des Jahres! Ankunft im landestypischen Restaurant. Geile Teigtaschen. Was da drin war, weiß ich bis heute nicht. Schmeckte Bombe. Pennen gehen. Früh raus. Workshop mit Andrea Wink. Kennenlernen der ukrainischen Filmemacher. Auch bunte Truppe. Auch alle cool. Andrea lüftet die Geheimnisse des 10-minütigen Projektpitching. Dann kultureller Austausch zwischen zwei Filmnationen. Die ukrainischen Filmemacher stellen ihre Projekte vor und die deutschen Regisseure, sowie das gesamte Publikum, geben Feedback. Abends dann eine französische Filmparty. Ich komme kurz vor Ladenschluss und stelle fest, dass französische Filmpartys leider ohne Häppchen gefeiert werden. Ab ins Hotel zum Pennen, um am nächsten Tag fit für meinen Workshop zu sein. Vor den ukrainischen und deutschen Filmemachern, stelle ich meine Arbeiten, meine Herangehensweise und Umsetzung vor. Ich gebe ihnen die Aufgabe im Bastelverfahren Elemente aus Pappe zu basteln, um damit in die Stadt zu gehen. Ziel: Das Aufspüren und Einfangen von Gesichtern, Hüten und Buchstaben, die sich in der Architektur und in sämtlichen Elementen der Stadt verstecken. 3 Stunden später sind alle zurück und bereiten eine kleine Präsentation der Ergebnisse ihrer Exkursion vor. Ich bin begeistert von den Resultaten und kann an den Reaktionen des Publikums erkennen, dass es den anderen genauso geht. Ich voll happy.

Abends dann ab zur Vorstellung aller Filme, die für den deutschen Kurzfilmpreis nominiert wurden. Ich sitze im Publikum und frage mich, wer da in der wohl in der Jury gesessen hat und ob derjenige darüber nachgedacht hat, dass dies die Filme sind, die im Ausland für den Deutschen Film stehen. Um nicht einzuschlafen und oder wütend auf die Jury zu werden, verlasse ich nach dem 6. Film das Kino. Ich warte auf die anderen Filmemacher, die sich scheinbar die gleiche Frage gestellt haben. Alles nicht so schlimm. Ab zur litauischen Filmparty. Weil die Litauer wissen, wie man Partys feiert, haben sie die die geilsten Häppchen am Start. Austausch mit Filmemachern der unterschiedlichsten Nationen. Mit vollem Magen lass ich mich ins Hotelbett plumpsen und find‘s schade, dass ich aus Zeitgründen nicht länger bleiben kann. Besonders weil ich dadurch das Programm der vom Festival zusammengestellten Filme nicht sehen kann. Das sind nämlich die Filme der mit aus Deutschland angereisten Filmemacher. Weil die Typen meine Freunde geworden sind, bin ich neugierig, wie ihre Filme so sind. Ich lass mir von ihnen die Links zu ihren Filmen geben, gucke sie mir abends in Berlin an und find sie cool. Ich freue mich, dass die AG Kurzfilm die richtige Auswahl getroffen hat und besser weiß, welche deutschen Kurzfilme im Ausland gezeigt werden müssen. Weiter so! Und vielen Dank, dass ich in Kiew dabei sein konnte und so viele Eindrücke mit nach Hause nehmen konnte.

 Ich freue mich auf eine weitere und baldige Zukunft. Euer Stephan.