Bucheon International Animation Festival 2016

21. – 25. 10. 2016
Ein Reisebericht von Henning Thomas (Hallux)

Als ich die Nachricht erhielt, dass mein Abschlussfilm »Hallux« vom BIAF ausgewählt wurde, war ich sehr glücklich darüber. Das Bucheon International Animation Festival (BIAF) begann 1999 als Puchon International Student Animation Festival (PISAF) als einziges Animationsfestival in Asien, das ausschließlich Studenten gewidmet war. 2015 gab es einen strukturellen Neuanfang mit Titelwechsel in BIAF. Dieses ist seit dem für alle Filmemacher zugänglich und beinhaltet viele Wettbewerbsprogramme. Jeweils einen Wettbewerb für animierte Lang-, Kurz- und Graduationfilme, sowie für

TV & Auftragsproduktionen und einen Online-Wettbewerb. Neben diesen Programmen kann man noch zahlreiche Ausstellungen besichtigen. Somit war ich sehr froh, dass mein Abschlussfilm bei diesem Festival aufgeführt wurde.

Die lange Anreise war mit dem freundlichen Empfang durch die Festivalmitarbeiter am Flughafen nicht mehr spürbar. Dort kam ich auch gleich mit einigen Filmemachern in Kontakt, die ebenfalls abgeholt wurden. Das überaus freundliche Festivalteam umsorgte all ihre Gäste mit reichlich Informationen zum Festivalverlauf und dessen Lokalitäten. Da ich der koreanischen Sprache nicht mächtig bin und somit kein Straßenschild etc. lesen konnte, war ich für die Informationen zu Beginn sehr dankbar. Über den gesamten Festivalzeitraum, welcher sich über fünf Tage erstreckte, waren die Mitarbeiter immer ansprechbar und sehr hilfsbereit.

Die Unterbringung war äußerst komfortabel und mit Hilfe von Verzehr-Coupons wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Auch wenn das Angebot für Vegetarier eher überschaubar ist, wenn

überhaupt vorhanden. Die Festival-Lokalitäten lagen nicht weit entfernt vom Hotel, so dass sie sehr bequem zu Fuß erreichbar waren.

Nach der Eröffnungszeremonie mit anschließendem Film (Asienpremiere, Kubo with two Strings von Laica) gab es für alle Filmemacher und geladenen Gäste ein großes Bankett. Bei dieser Gelegenheit konnten neben großzügigen Speisen und Getränken erste Kontakte geknüpft werden.

Für mein Empfinden zählt das BIAF zu einem der großen Animations-Film-Festivals. Daher konnte man nicht nur vielen internationalen Filmemachern begegnen, sondern auch Organisatoren, Produzenten und Kuratoren internationaler Festivals. Am nächsten Abend wurde zur großen Animator‘s Night geladen. Dies bot den Filmemachern und Gästen sich weiter auszutauschen und neue Bekanntschaften zu machen oder die gestrig gewonnenen zu vertiefen. Ebenfalls bietet die Stadt eine sehr beeindruckende Atmosphäre und ein großes Angebot an Bars & Restaurants.

Die Auswahl und die Projektion der Filme haben mir insgesamt sehr gefallen, leider war der Besucherstrom zu den Vorführungen etwas durchwachsen. In den Graduation Film-Programmen wurde auf ein Q & A verzichtet. Den anwesenden Filmemachern wurde aber die Gelegenheit geboten vor der Projektion ihre Filme dem Publikum kurz vorzustellen.

Der Höhepunkt des Festivals endete mit der Preisverleihung. Während des Abschlussbanketts konnten sich alle Teilnehmer und Gäste in entspannter Atmosphäre verabschieden.

Ich hatte beim BIAF eine wundervolle Zeit mit sehr lieben Menschen und kann jedem Filmemacher, der zu diesem Festival eingeladen wird diese Reise empfehlen. Vielen Dank an German-Films für die Unterstützung.

biaf.or.kr