Message to Man 2016

27.-29.09.2016
Ein Bericht von Alexander Lahl (Kaputt)

Hintergrund des Festivals, Bedeutung und Filmauswahl

Das russische Festival Message to Man ist das älteste Festival St. Petersburgs und eines der drei ältesten Filmfestivals Russlands. 2016 fand es zum 26. Mal statt.

Es ist hervorgegangen aus der künstlerischen Liberalisierung im Umbruch der Sowjetunion Ende der 80er Jahre und hat damit einen besonderen Stellenwert.

Als überwiegend dokumentarisch orientiertes Festival bemüht sich Message to Man, Award-winning Filme der großen Festivals wie beispielsweise Berlin und Cannes nach St. Petersburg zu holen. Das Programm ist sehenswert und Filmemacher sind zahlreich vertreten.

In diesem Jahr wurden 7000 Filme aus 89 Ländern eingereicht, davon wurden in die Wettbewerbe 42 Feature Filme aus 28 Ländern aufgenommen, 11 Short Documentary Filme, 11 Short Fiction Filme, sowie 10 Animationsfilme.

Visabeantragung

Man braucht für Russland ein Visum. Das ist aber nicht besonders kompliziert. Das Festival unterstützt einen dabei. Man erhält einen Einladungsbrief vom Festival, mit dem man dann zur jeweiligen Botschaft geht und das Visum beantragt. Achtung: Vorher sind noch ein auf der Webseite der Botschaft zu findendes Online-Formular auszufüllen und eine entsprechende Auslandskrankenversicherung zu prüfen. Nach 1-2 Wochen erhält man das Visum.

Unterbringung, Betreuung Programm etc.

Das Gästebetreuungsteam von Message to Man ist ausgesprochen herzlich und hilfsbereit. Das beginnt bereits mit dem Abholen am Flughafen. Unterbringung war sehr gut. Da die Wege in St. Petersburg sehr weit sind, kann es passieren, dass das Hotel vom Kino, in dem die Hauptvorführungen laufen, relativ weit weg ist. Man muss dann einen Bus nehmen oder ein Taxi oder längere Spaziergänge in Kauf nehmen, was in dieser sehenswerten Stadt allerdings mehr Vergnügen als Anstrengung ist.

Auch die Filmvorführungen sind gut organisiert. Das Interesse der russischen Kinobesucher an den Filmen war groß und sie stellen danach gern und viele Fragen, zumindest in unserem Falle. Für das anschließenden Q+A gibt es stets einen Dolmetscher.

Es gibt einige Parallelprogramme, die in weit entfernten Kinos stattfinden, sodass man sich frühzeitig für entsprechende Filme entscheiden muss und nicht so einfach hin und herpendeln kann.

Zwei Sachen kamen mir beim Festival etwas zu kurz: das Begleitprogramm für die Filmemacher (auch wenn es einen sehr schönen Abend in einem total abgefahrenen Museum für alte Arcade-Maschinen gab) und ein organisierter Austausch unter Filmschaffenden im Rahmen von Workshops / Seminaren oder dergleichen. Das machte es dann auch etwas schwierig, z.B. Pressematerialien von German Films / AG Kurz film zu präsentieren.

Man hatte dafür mehr Zeit, sich die wunderbare Stadt anzuschauen. Sowieso lohnt sich eine Reise nach St. Petersburg auch, um die Stadt kennenzulernen, allein die Tage reichen für die vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten dafür kaum aus.

message2man.com