shortfilmlivemusic | Bertolt Brecht-Projekt

(Februar 2010)
Im Rahmen des Brechtfestes Augsburg setzten sich shortfilmlivemusic erstmals mit dem Genre Poesiefilm auseinander: ausgehend von Verfilmungen von Gedichten, Texten und Liedern Bertolt Brechts von verschiedenen jungen europäischen Filmemachern schufen die Initiatoren von shortfilmlivemusic ein Programm aus unterschiedlichen Poesiekurzfilmen.
Darunter sind Animationsfilme, Spielfilme und experimentelle Formate, die sich mit verschiedenen Aspekten von Brechts Schaffen auseinandersetzen. So finden wir mit MACKIE MESSER ZUM MITSINGEN und SEERÄUBER JENNY ZUM MITSINGEN unmittelbare Assoziationen zu den Liedtexten als dreisekündige Filmschnipsel. DAS EINFACHE, DAS SCHWER ZU MACHEN IST (R: Leif Heanzo) ist eine filmische Version des Lieds LOB DES KOMMUNISMUS von Hanns Eisler (Musik) und Bertolt Brecht (Text). MOZES – YOU CAN ist eine Hommage an Brechts Gedicht KINDERKREUZZUG 1939. In JOHNNYS MUND erfahren wir die Wahrheit über Surabaya-Johnnys Mund, in DIALOGUE WITH B. erklingt der GESANG VON EINER GELIEBTEN als Cinepoem. GEDANKEN EINES REVUEMÄDCHENS der Jungregisseurin Sarah Stührenberg zeigt das Gedicht einfühlsam und ohne erhobenen Zeigefinger und den CHINESISCHEN TEEWURZELLÖWEN hatte man so auch noch nicht gesehen. Der Abend war eingebettet in den Film KUHLE WAMPE ODER WEM GEHÖRT DIE WELT, für den Bertolt Brecht 1932 das Drehbuch schrieb – und natürlich in die Musik von shortfilmlivemusic. Mit dabei war diesmal die Bigband der Universität Augsburg, erstmalig unter der Leitung des shortfilmlivemusic Ensembles. In einem dreitägigen Workshop wurden die neuen Filmmusiken entwickelt, erfuhr der Ensemblesound eine Projektion in orchestrale Bigbandsphären.
Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Büro für Popkultur Augsburg und dem Netzwerk Neue Musik “Mehr Musik! Augsburg”. Bei der Filmauswahl wurden shortfilmlivemusic vom ZEBRA Poetry Film Festival Berlin, der AG Kurzfilm, sowie dem Slowakischen Filminstitut unterstützt.
„…Im Publikum ist kein Laut zu hören, während der ganzen 90 Minuten nicht. Selten verschmelzen Text, Klang und bewegte Bilder zu einer derartigen Intensität…“ (Neue Musik Zeitung, 10.02.2010)