Lichtspiel | Nichtort

(Juni 2011)
Mit seinem neuen Projekt „Lichtspiel/Nichtort“ geht shortfilmlivemusic vor allem visuell neue Wege. Das Publikum wird mit Hilfe einer Vier-Seiten-Projektion von Film, Licht und Musik umgeben und erlebt hautnah eine Auseinandersetzung mit realen und surrealen Aspekten von Utopien.
Die Kompositionen von Matthias Kurth arbeiten mit dem besonderen Raumklang und der intimen Stimmung in der Garnisonskirche. Feinfühlige Grooves von Bassklarinette (Lutz Streun) und „O-Drum“ (besondere Metalltrommel aus Mazedonien, Demian Kappenstein) spannen ein Netz aus filigraner Rhythmik, über das die Oud (arabische Kurzhalslaute, Matthias Kurth) Melodien anstimmt, die orientalisch anmuten und doch auch im Modern Jazz verortbar sind. Dániel Vedres erzeugt auf seinem Waldhorn, teils durch technische Erweiterungen, teils durch den Einsatz seiner Möglichkeiten auf dem Instrument selbst ein wahres Kaleidoskop an erwarteten und unerwarteten Blechblasklängen. Jan F. Kurth kombiniert seine virtuosen stimmlichen Möglichkeiten im instruvokalen Gesang mit auf der Bühne entstehenden Geräuschen, Tönen und Klängen. Zudem schafft er für das Ensemble verschiedene musikalische Ausgangssituationen von geräuschhaften aleatorischen Klangflächen über kurze Solostücke bis hin zu symphonischen Passagen.
Die filmische Installation des Medienkünstlers Benjamin Schindler, Student der Kunsthochschule für Medien Köln, beschäftigt sich mit philosophischen Fragen des Werdens und Vergehens beschäftigt. Die Bilder entstehen in enger Abstimmung mit der musikalischen Komposition, um eine künstlerische Einheit zu schaffen. Durch die besondere Art der Projektion soll die filmische Arbeit neu rezipiert werden, indem sie alle Beteiligten umschließt und den Blick aus verschiedenen Perspektiven ermöglicht.